Fünf Gründe, warum Hannover 96 so stark ist

Die Mischung stimmt

3. Breitenreiter passt sich den Umständen an

Auch innerhalb der Spiele wechselt Breitenreiter Taktik und Personal. Als sich Innenverteidiger Felipe gegen den Hamburger SV früh verletzte, brachte er mit Ihlas Bebou einen Außenstürmer – und stellte damit zugleich die Taktik um. Hannover wechselte vom 4-3-3 auf ein 4-2-3-1. Mit der erhöhten Präsenz im offensiven Mittelfeld konnte Hannover besser das Hamburger Pressing umspielen.

Vor allem in der zweiten Halbzeit zeigt Hannover ein anderes Gesicht als vor der Pause. Breitenreiter riskiert hier mehr, wechselt auch mal offensiv. Die Idee geht auf: Sämtliche Treffer erzielte Hannover nach der Pause. Und wenn sie erst einmal führen, können sich die Hannoveraner auf ihre starke Defensive und die eigenen Konter verlassen.

4. Die Mischung aus Neueinkäufen und Arrivierten stimmt

Anders als der VfB Stuttgart, der die halbe Stammelf ausgetauscht hat, blieb die zentrale Achse bei 96 bestehen. Philipp Tschauner gewann das Torwart-Duell gegen Neuzugang Michael Esser, Salif Sane ist der Chef der Abwehrkette und wichtigster Mann im Spielaufbau. Neuzugänge kommen eher auf den peripheren Positionen auf den Außen zum Einsatz, wie Matthias Ostrzolek und Julian Korb als neue Außenverteidiger beweisen.

Einzige Ausnahme ist Pirmin Schwegler – und der kann damit getrost als Schlüsseltransfer bezeichnet werden. Schwegler tut sich im zentralen Mittelfeld als Schaltzentrale hervor, ohne seine defensiven Aufgaben zu vernachlässigen. Gerade bei Ballbesitz ist Schwegler sehr präsent, hilft dem Team damit, öfter durch das Zentrum und nicht immer über die Flügel vorzurücken. Das war in der Aufstiegssaison noch ein Problem. 96 hat die richtige Mischung aus neuen Kräften und altbewährten Leistungsträgern gefunden.

5. 96 hatte ein leichtes Auftaktprogramm

Die Tabelle lügt nicht. Schon gar nicht die Abschluss-Tabelle. Denn auch wenn die 96-Gegner Mainz, Schalke, Wolfsburg und Hamburg andere Ansprüche haben, lautet die bittere Wahrheit: In der Abschlusstabelle der vergangenen Saison haben sie die Ränge 15, 10, 16 und 14 belegt. Hannover traf also bislang auf ein Mittelfeld-Team und drei Abstiegskandidaten der vergangenen Saison. Diese Teams waren gefundenes Fressen für die Hannoveraner: Alle Teams haben ihre Schwierigkeiten, einen defensiv soliden Gegner zu knacken. Aufbauspiel ist nicht ihre Stärke – und das sah man in den Partien auch deutlich, sobald Hannover in Führung ging. 

In der englischen Woche wartet eine andere Spezies von Gegnern: Teams, die in der vergangenen Saison überzeugten, aber schwach in die neue Spielzeit starteten. Freiburg und Köln dürften passiver agieren als die vergangenen 96-Gegner. Ob Breitenreiter auch gegen diese Gegner Ideen hat? Falls ja, können Hannovers Fans am kommenden Sonntag vielleicht ja wieder skandieren: »Spitzenreiter, Spitzenreiter, hey, hey!«