Fünf Gründe, warum Braunschweig gegen Wolfsburg gewinnt

Braunschweig kann Last-Minute-Siege

3. Thorsten Lieberknecht ist ein Trainerfuchs
Lieberknecht ist ein Trainer der modernen Schule, der sich mit seiner Aufstellung an den Gegner anpasst. Ob Dreierkette oder Viererkette, ob ein, zwei oder drei Stürmer: Die Braunschweiger haben sich in der vergangenen Saison immer angepasst. Zuletzt haben sie sogar eine äußerst offensive Raute gespielt.

Lieberknechts Anpassungen sind häufig defensiver Natur: Er möchte seiner Mannschaft helfen, im Mittelfeld klare Zuordnungen herzustellen und besser in die Zweikämpfe zu gelangen. Daher spiegelt Braunschweig häufig die Formation des Gegners. Lieberknecht wird sich genau anschauen, wie die Wolfsburger spielen, und sein System an den Favoriten anpassen.

4. Braunschweig kann Last-Minute-Siege
Wolfsburgs 1:2-Niederlage gegen den Hamburger SV war der Albtraum eines jeden Fußballers: 87 Minuten lang hat Wolfsburg gut mitgespielt, hatte eigentlich die besseren Chancen. Dann fiel der Führungstreffer kurz vor Schluss aus dem Nichts.

Braunschweig-Fans dürften dieses Muster kennen. Auch ihre Mannschaft hat viele Spiele erst in der Schlussphase entschieden. Beim wichtigen 1:0-Erfolg über Dynamo Dresden fiel der Treffer sogar erst in der 92. Minute. Insgesamt dreizehn Punkte haben die Braunschweiger erst in der Schlussviertelstunde eingetütet. In der Schlussphase zahlt sich vor allem die starke Kondition des Braunschweiger Mittelfelds aus. In der diesjährigen Relegation heißt es also stärker denn je: Es ist nicht vorbei, ehe der schwarz gekleidete Mann nicht zweimal in seine Pfeife bläst.

5. Die Ausgangslage
Die ersten vier Punkte zusammen genommen erklären, wieso die Ausgangslage gar nicht so sehr gegen Braunschweig spricht. Klar, Wolfsburg ist in allen Mannschaftsteilen individuell besser (und um mindestens eine Millionen Euro pro Jahr besser bezahlt). Aber Braunschweig kann gegen den VfL jene Art Fußball spielen, den sie am Besten beherrschen: zunächst abwarten, auf Umschaltsituationen lauern und dann eiskalt die Konter und Standards nutzen. Diese Art von Fußball liegt ihnen sehr viel eher, als wenn sie in Bielefeld aufgrund der Tabellenkonstellation einen Sieg erzwingen müssen.

Vor allem aber hat sich Wolfsburg über die gesamte Saison hinweg schwergetan, ein gut abgestimmtes Offensivspiel auf den Platz zu bringen. Die Doppelsechs ist brüchig, die Wege zwischen Defensive und Offensive oft abgeschnitten. Genau hier dürfte Lieberknecht ansetzen mit seiner Defensivtaktik. Und je länger es 0:0 steht, umso nervöser dürfte die Wolfsburger Elf werden.

Realistisch betrachtet kann ein Geniestreich von Yunus Malli oder eine gelungene Flanke auf Mario Gomez die gesamte Ausgangslage kippen. Doch realistisch betrachtet ist Wolfsburg auch der haushohe Favorit, der das Spiel machen muss. Und so dürfte Lieberknecht seinen Jungs vor dem Spiel sagen: Geht's raus und zerstört's das Spiel!