Fünf Gründe, warum Braunschweig gegen Wolfsburg gewinnt

Geht's raus und zerstört's das Spiel!

Realistisch betrachtet hat Eintracht Braunschweig gegen die Millionentruppe aus Wolfsburg keine Chance. Oder etwa doch? Fünf Gründe, die für Braunschweig sprechen.

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Am vorletzten Spieltag lief eine La-Ola-Welle durch das Hannoveraner Niedersachsenstadion. Mit dem eher mauen 1:0-Sieg von 96 über Tabellenführer VfB Stuttgart hatte dies wenig zu tun. Die Hannoveraner feierten stattdessen die Ergebnisse auf der Anzeigetafel. 0:4. 0:5. 0:6: Immer tiefer reitete sich Eintracht Braunschweig gegen Abstiegskandidat Arminia Bielefeld ins Schlamassel. Mit jedem Braunschweiger Gegentor wurde der Jubel lauter. Es war klar: Hannover und Stuttgart werden direkt aufsteigen, Braunschweig muss in die Relegation.

Spätestens nach diesem unterirdischen 0:6 schien Braunschweigs Schicksal besiegelt: Diese Truppe werde in der Relegation keine Chance haben, glaubten viele; erst recht nicht jetzt, wo der Gegner nicht Hamburger SV, sondern VfL Wolfsburg heißt. Doch der VfL Wolfsburg ist nicht Arminia Bielefeld. Gegen Wolfsburg könnten die Stärken der Braunschweiger stärker zum Tragen kommen. Wir haben fünf Gründe, die für eine Braunschweiger Überraschung sprechen.

1. Konter sind die zweitgrößte Braunschweiger Stärke
Durchschnittlich 46,8 Prozent Ballbesitz, nur zwei von drei Pässen landen beim Mitspieler: Das sind eher ungewöhnliche Werte für einen Tabellendritten. Braunschweig hat unter Thorsten Lieberknecht den Außenseiter-Fußball perfektioniert und ist dank Kontertaktik an die Spitze der zweiten Liga zurückgekehrt. Diese Strategie können sie nicht fahren, wenn sie gegen Bielefeld einen Sieg holen müssen – aber gegen den Favoriten Wolfsburg in der Relegation sicherlich.

Braunschweig wartet häufig ab, lässt den Gegner das Spiel aufbauen. Im offensiven Mittelfeld erhöhen sie den Druck. Dazu schiebt die Abwehr weit vor, die Mittefeldspieler stören mannorientiert. Nach Ballgewinnen geht es schnell: Der Doppelsturm startet in die Spitze. Die Laufwege von Christoffer Nyman und Domi Kumbela sind perfekt abgestimmt. Wenn die Braunschweiger Geschwindigkeit aufgenommen haben, sind sie kaum mehr einzufangen – höchstens mit Fouls, aber das spielt wiederum in den Braunschweiger Matchplan, denn...

2. Standards sind die größte Braunschweiger Stärke
Siebzehn Tore erzielte Braunschweig nach Standards. In der zweiten Liga war nur Bielefeld nach ruhenden Bällen erfolgreicher als die Eintracht. Auffällig: Häufig trifft Braunschweig nach ruhenden Bällen nicht per Kopf, sondern per Fernschuss. Die Mannschaft erobert kollektiv den zweiten Ball. Oft lauert Ken Reichelt im Hintergrund, der schon den ein oder anderen Gewaltschuss nach Standards versenkt hat. Insgesamt kommt er auf sieben Saisontore – obwohl er meist als Linksverteidiger aufläuft.

Diese Stärke nach ruhenden Bällen könnte gerade gegen den VfL Wolfsburg nützlich werden: Der steht defensiv bei ruhenden Bällen nicht immer sattelfest. Die Wolfsburger Manndeckung lässt sich leicht aushebeln, gerade mit eintrainierten Varianten. Mit dreizehn Gegentoren hat der VfL in der Bundesliga die zweitmeisten Tore nach Standards kassiert, nur Leverkusen fing mehr. 

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