Fünf Gründe für die starke Saison der Eintracht

Kovac, der Einfallsreiche

Von den vielen Überraschungsteams dieser Saison ist Eintracht Frankfurt das erfolgreichste. Fünf Gründe, warum die Eintracht aktuell auf einem Champions-League-Platz steht.

imago

Wir wollen an dieser Stelle keine Werbung machen für Trash TV. Doch der Moment, in dem Dschungelcamp-Teilnehmer und Ex-Frankfurter Ansgar Brinkmann erfuhr, dass seine Eintracht nach dem 2:0-Sieg über Borussia Mönchengladbach auf dem zweiten Rang der Blitztabelle steht, hatte schon etwas Putziges. So recht wollte es der Ex-Eintracht-Mann zunächst nicht glauben; Brinkmann wähnte sich in einer besonders skurillen Dschungelprüfung.

So wie Ansgar Brinkmann geht es derzeit vielen Bundesliga-Fans. Die Eintracht? Ein Kandidat für die europäischen Ränge? Aber ja! Niko Kovac hat die Mannschaft in den vergangenen zwei Jahren behutsam weiterentwickelt. Wir liefern fünf Gründe für den Höhenflug.

1. Die Defensive
Als Niko Kovac die Eintracht Anfang 2016 im Abstiegskampf übernahm, legte er den Fokus zunächst auf eine starke Defensive. Diese Stärke zeichnet die Eintracht auch zwei Jahre danach weiter aus. Nur vier Teams ließen in dieser Saison weniger Torschüsse zu, nur die Bayern kassierten weniger Gegentore.

Die Frankfurter überzeugen mit einer robusten Spielweise – manchmal auch an der Grenze zur Illegalität. Den Kader zeichnet eine hohe Körperlichkeit aus. Dies nutzt Frankfurt, um äußerst mannorientiert zu spielen; man könnte sogar fast von einer Manndeckung sprechen. Frankfurt agiert dementsprechend äußerst flexibel, stellt die eigene Ordnung Spiel für Spiel um. Das Trainerteam reagiert auf die Formation des Gegners, um auf dem gesamten Feld Manndeckungen herstellen zu können. Diese Verteidigungsart ist für viele Gegner schwer zu bespielen, zumal sie häufig von einer kompakten Fünferkette abgesichert wird.

2. Spielerische Weiterentwicklung
Frankfurt ist aber nicht mehr nur eine rein defensiv orientierte Mannschaft. Auffällig ist, wie stark sich das Team spielerisch weiterentwickelt hat. Während sie zu Beginn der Saison noch häufig den langen Ball in der Eröffnung wählten, soll nun das Spiel möglichst flach in die gegnerische Hälfte getragen werden.

Gegen Gladbach legten sie dabei ihr Glanzstück ab. Frankfurt lockte den Gegner immer wieder mit kurzen Pässen im Aufbau ins Pressing. In der Folge bespielten sie mit Diagonalbällen die Lücken hinter Gladbachs Pressing. Besonders die Mittefeldspieler schalten sich häufig ein, zeigen sich im zentralen Mittelfeld sehr beweglich. Frankfurt suchte die Lücken hinter Gladbachs Pressing und spielte die Angriffe in der Folge über Außen zu Ende. Frankfurt hat sich wie kein anderes Team in dieser Saison weiterentwickelt.