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Fünf Gründe für Deutschlands Niederlage

Im Testspiel-Modus

Deutschland verweilt gegen Mexiko noch im Testspiel-Modus und verliert zum WM-Auftakt. Fünf Gründe für die Niederlage.

imago

Ja ist denn heut' schon Weltmeisterschaft? Beizeiten dachte man bei Deutschlands WM-Auftaktspiel gegen Mexiko, die deutschen Spieler befinden sich noch im Testspiel-Modus. Behäbig liefen sie ihrem Gegner hinterher, immer einen Schritt zu langsam. Die 0:1-Niederlage der deutschen Mannschaft war wenig weltmeisterlich. Was waren die Gründe für Deutschlands schwaches Abschneiden? 11FREUNDE liefert fünf Stück.

1. Toni Kroos aus dem Spiel gedeckt

Eigentlich war alles angerichtet für die Mission Titelverteidigung: Joachim Löw schickte sein Team im Weltmeister-System 4-2-3-1 auf das Feld, vertraute sieben Weltmeistern – eine bewährte Startelf, müsste man meinen. Hinzu kam mit Toni Kroos, der sich seit dem Titelgewinn noch einmal weiterentwickelt hat, und drei Champions-League-Finals gewann. Er nahm die zentrale Rolle ein als spielgestaltender Sechser. Kroos ließ sich häufig auf die halblinke Seite fallen, um das Spiel an sich zu reißen.

Doch er machte die Rechnung ohne Mexikos Trainer Juan Carlos Osorio. Dieser war sich der herausragenden Rolle von Kroos bewusst. Seinem Zehner Carlos Vela gab er einen simplen Auftrag mit: Decke Kroos. Egal, wo er sich befindet. Vela heftete sich an die Hacken von Kroos, nahm diesen vollkommen aus dem Spiel. Vela sorgte nebenbei dafür, dass Deutschlands linke Seite lahmgelegt war – denn Kroos zog ständig nach links, und Vela blockierte als Kroos' Manndecker den Zuspielweg nach vorne.

2. Deutschlands rechte Seite bietet zu wenig an

Der Superstar schwankt und wankt, wird vom Gegner aus dem Spiel genommen. Wäre Deutschlands WM-Auftaktmatch ein Superhelden-Film, wäre dies die Stelle, an der sein treuer Gehilfe den Tag rettet. Doch Kroos' Mittelfeld-Partner Sami Khedira war dieser Aufgabe nicht gewachsen. Bis zu seiner Auswechslung spielte Khedira die zweitmeisten Pässe aller deutschen Spieler (hinter Jerome Boateng). Doch nur Thomas Müller hatte eine noch schwächere Passquote vorzuweisen als Khedira (79%).


Dabei war die Ausgangslage gut: Dadurch dass Kroos und Vela ständig auf dem linken Flügel standen, war die halbrechte Seite relativ frei. Khedira fand viel Raum vor sich, nur vereinzelt lief ihn Andres Guardado aggressiv an. Khedira machte jedoch wenig aus diesen Freiheiten. Nur selten fand er den offensiv agierenden Rechtsverteidiger Joshua Kimmich, der zudem Unterstützung bekam vom ausweichenden Stürmer Timo Werner. So spielten die Deutschen zwar 51% ihrer Angriffe über die rechte Seite – zu Torchancen kamen sie jedoch praktisch nie.