Fünf Fragen und Antworten an die Zweite Liga

Wer steigt ab?

Müssen noch einmal sieben Trainer gehen wie in der Hinrunde?
Unwahrscheinlich. Fast alle Teams aus dem unteren Tabellendrittel haben mittlerweile den Übungsleiter gewechselt, wobei natürlich nicht gesagt ist, dass der eine oder andere Verein es im fortgesetzten Misserfolgsfall nicht noch ein zweites Mal probieren wird. Lässt man solche schwer kalkulierenden Risiken außen vor, sind die gefährdetsten Coaches vermutlich Dirk Schuster und Daniel Meyer. Der Darmstädter Schuster, weil seine bislang enttäuschende Elf tatsächlich noch unten reinrutschen kann, der Auer Meyer, weil er mit seiner ziemlich günstigen Mannschaft eine überaus erfolgreiche Halbserie gespielt hat. Die zu wiederholen oder gar zu steigern wird schwer, und da bei Helge Leonhardt, dem Zampano des Erzgebirgsklubs, der Colt traditionell locker sitzt, könnte es für Meyer eng werden.

Und wer beißt am Ende ins Gras?
Puh. Also wirklich: puh. Mit Ingolstadt, Magdeburg, Duisburg und Sandhausen bewerben sich gleich vier Klubs um die 2,5 Abstiegsplätze, deren Punktebilanz zwischen zehn und dreizehn in vielen anderen Tabellenkonstellationen dazu hätte führen können, dass sie schon für die dritte Liga planen dürften. So aber ist keiner abgeschlagen und alle haben noch ihre Chance. Noch verrückter: Mit Bielefeld und Darmstadt gibt es zwei weitere Kandidaten, deren Tendenz zuletzt deutlich nach unten zeigte. War es in der vorigen Zweitligasaison so, dass die Tabelle fast bis zum Schluss eine amorphe Masse war, in der kaum ein Team nach unten oder oben ausriss, ist diesmal, zumindest im Tabellenkeller, die kollektive Fallsucht ausgebrochen. Die schlechtesten Karten unter all den Verzagten und Strauchelnden dürfte tatsächlich der FC Ingolstadt haben: nicht nur, weil er bis jetzt die wenigsten Punkte hat, sondern weil seine Saisonplanung eigentlich aufs nördliche Ende der Tabelle ausgerichtet war. So etwas kann selten am offenen Herzen mit Erfolg operiert werden.