Fünf Dinge, die wir von diesem Spieltag gelernt haben (31)

Wer ist hier dick?

The Green Mile
Wer hat gesagt, dass Mario Götze nicht fit für einen großen Auftritt sei? Am Samstag im Berliner Olympiastadion rannte der ewige Bankdrücker als ob es um sein Leben ginge – oder zumindest einen neuen Vertrag bei einem neuen Verein. 11,46 Kilometer, also umgerechnet 7,12 Meilen, spulte Götze in 90 Minuten auf dem Berliner Rasen ab. Zum Vergleich: Manuel Neuer schaffte nur 4,63 Kilometer und der nennt sich immer Welttorhüter.

Auch sonst durften sich gegen die Berliner Hertha einige Münchener beweisen, die viele Fans nur noch aus den Trainingsvideos von der Säbener Straße kannten (»Oh, schau mal Thomas Müller. Aber wer ist denn der Dicke da hinten?!«). Serdar Tasci, Mehdi Benatia, Rafinha und eben Mario Götze liefen von Beginn an auf. Es hätte nur noch gefehlt, dass Guardiola kurz vor Schluss Sven Ullreich im Sinne einer Auflaufprämie eingewechselt hätte. Als Feldspieler.

Immerhin konnten die Berliner nach der schmerzhaften Niederlage im DFB-Pokal keine Gefahr ausstrahlen. Ganz im Gegenteil verfolgte Trainer Pal Dardai scheinbar einen ähnlichen Plan wie sein Kollege aus München und spielte mit Thomas Kraft, Peter Pekarik, dem jungen Maximilian Mittelstädt und Mitchell Weiser auf der Zehn.

Vielleicht war es aber auch nur ein gerissener Plan des Luftholens vor der entscheidenden Saisonphase – für beide Teams.

Die Verurteilten

»Black Monday« nennt man den Tag nach dem Ende der regulären Saison in der amerikanischen Footballliga NFL, wenn an jenem Datum meist der Hälfte aller bis dato regierenden Head Coaches die Entlassungspapiere vorgelegt werden. Gut möglich, dass dieser Brauch ähnlich wie Halloween und St. Patricks Day bald auch schon in Deutschland gelebt wird. Zum Saisonende scheinen Markus Weinzierl und Ralph Hasenhüttl ihren Arbeitgeber zu wechseln, wenn auch aus eigenem Willen. Pep Guardiola verlässt den FC Bayern. Niko Kovac, Viktor Skripnik und Jürgen Kramny sollten sich ihrer Festanstellung ebenfalls nicht zu sicher sein.

Und der FC Schalke und VfL Wolfsburg scheinen sich derzeit nur zu streiten, wer von beiden Mike Büskens als Feuerwehrmann engagieren darf. Das wäre dann ähnlich unnötig wie Halloween oder der St. Patricks Day in deutschen Kneipen.