Fünf Dinge, die wir von diesem Spieltag gelernt haben (26)

Schöner als Sharapowa auf Meldonium

Damit ihr auch am Sonntag mitreden könnt: Die fünf Lehren der gestrigen Samstagskonferenz.

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Der 1. FC Köln nimmt den nächsten Spieltag ernst
Was wurde in der vergangenen Woche nicht diskutiert, ob und wie und warum sich gestandene Bundesligaspieler ausgerechnet (!) vor dem Spiel gegen den FC Bayern München (!!) die fünfte Gelbe Karte (!!!) abholen. Keine Frage, dass auch die 11Freunde-Statistikredaktion – bestehend aus einem Maulwurf und einer halben Scheibe Salami – ihr Augenmerk ganz genau auf den 1. FC Köln legten, der in der nächsten Woche gegen die Bayern spielen wird. Aber siehe da: Nur eine Gelbe Karte. Und die ausgerechnet für Frederik Sörensen, der mit seiner zweiten Verwarnung in dieser Saison nicht weiter belastet wird. Damit ist kein Domstädter in der kommenden Woche gesperrt. Nicht einmal Anthony Modeste oder Kevin Vogt, die bisher je vier Gelbe angesammelt hatten, nutzten die Chance zur (Zwangs-)pause. Nein, Peter Stöger wechselte Vogt sogar in weiser Voraussicht in der 90. Minute aus – keine Chance für ein absichtliches Foul.

Fakt ist: Der 1. FC Köln fährt in der kommenden Woche mit dem kompletten Kader nach München. Eine ungewohnte Aufgabe für den Rekordmeister.

Fakt ist auch: Frankfurts Makoto Hasebe sah gegen Gladbach die neunte Gelbe Karte und spielt laut Plan in zwei Wochen in München. Ihn behält die 11Freunde-Redaktion jetzt ganz genau im Auge.


Der Cola-Verkauf in Sinsheim verläuft stockend
Schon vor einiger Zeit geisterte das Angebot durchs Internet, dass beim Kauf von Cola-Artikeln im Wert von 30 Euro (ohne Pfand) gleich zwei Gratiskarten für den Bundesligakracher TSG Hoffenheim gegen den VfL Wolfsburg winken, solange der Vorrat reichen würde. Zwar gab es kein äquivalentes Bierangebot, dachten wir, doch sollte das Gastspiel eines Champions-League-Viertelfinalisten für supermarkttechnische DDR-Verhältnisse in der örtlichen Getränkezentrale sorgen. Stattdessen: nichts. Eine vorsichtige Anfrage des Users »mw__33« und unsererseits ergab folgende Antwort von Vereinsseite:

Wir warten nun gespannt auf die Einschaltquoten der Einzeloption.

Hannover 96 ist psychologisch abgestiegen
»Solange es rechnerisch noch möglich ist, ist es unsere Aufgabe, daran zu glauben«, sagte Hannovers Kapitän Christian Schulz nach der 0:2-Niederlage gegen den 1. FC Köln. Ein Satz, der im Übersetzungsbuch »Deutsch – Profifußball – Deutsch« folgendermaßen erklärt wird: »Also genaugenommen sind wir fast abgestiegen, weiß hier eigentlich auch jeder. Aber sieht auch doof aus, wenn wir nicht mehr zur Arbeit kommen«. Torwart Ron-Robert Zieler, seit Jahren zumeist die ärmste Sau auf Niedersachsens Fußballplätzen, plädierte nach Abpfiff, dass man »jetzt ein Wunder braucht«. Ein Blick ins Buch verrät uns: »Die Kacke ist ordentlich am Dampfen.«

Schade eigentlich, denn auch gegen Köln spielte Hannover anfangs einen guten Stiefel als Tabellenletzter. Wie so oft in dieser Saison fehlten vor dem Tor viel Glück und Ruhe. Wirklich besorgniserregend war die Reaktion der abstiegsbedrohten Mannschaft nach dem 0:2, als eine Reaktion – abgesehen vom kollektiven Kopfschütteln – ausblieb. Angesprochen auf den Trainer sagte Martin Bader übrigens (wir zitieren wörtlich): »Thomas hat äh wirklich alles äh ähm, ja das reingeworfen was was was er reinwerfen kann und äh sie kennen ihn ja auch. Insofern ist es nicht so, dass Thomas da am Ende ist – im Gegenteil. Er ist nachher auch wieder in der Kabine gewesen und hat da wieder schon die Sachen natürlich analysiert, aber wir äh erzählen Woche für Woche das Gleiche. Insofern ist das äh auch müßig auch immer wieder auf die gleichen Fragen die gleichen Antworten zu geben, sondern dass wir mit [durchpusten] Thomas Schaaf äh die weiteren äh Projekte jetzt angehen werden und das ist jetzt Eintracht Frankfurt und […] Thomas ist natürlich nicht gescheitert«. – Übersetzt das bei Interesse bitte selbst. Danke.