Fünf Dinge, die wir von diesem Spieltag gelernt haben (1)

Die Konstante im Leben

Damit ihr auch in dieser Saison mitreden könnt: die fünf Lehren der gestrigen Samstagskonferenz.

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»So einen Scheiß sag’ ich nicht«
Der FC Ingolstadt macht in der neuen Saison genau dort weiter, wo er zuletzt aufgehört hatte. Defensiv sicher, bissig in den Zweikämpfen und vorne hilft der liebe Gott. »Den verfolgst du heute bis auf die Toilette«, hat unser früherer Jugendtrainer immer zu dem Spieler gesagt, der mit dem Schuhebinden schon überfordert war. Beim FC Ingolstadt fragen wir uns manchmal, wie es gleich elf von den Jungs in die Bundesliga geschafft haben. Aber: es klappt! Und damit dürften die Schanzer ihren Konkurrenten bereits ein Beinchen voraus sein.

Herrlich auch, dass mit Neu-Trainer Markus Kauczinski genau das richtige Sprachrohr einer Truppe eingekauft wurde, die im letzten Jahr vom HSV noch als »eklig« tituliert wurden. Antwort auf die selten dämliche Frage, ob er Torschütze Lukas Hinterseer etwas vonwegen Mini-Messi und »Zeig der Welt, dass du besser bist« ins Ohr geflüstert hätte? - »So einen Scheiß sag’ ich nicht«. Bester Mann.


Ein Leben lang S04
Die 11FREUNDE-Choreo-Plakette in Gold geht in dieser Woche an die Auswärtsfahrer des FC Schalke 04. Komplett in schwarz gehüllt, gedachten die Kurve einem verstorbenen Kumpel: Bosch-Bus Rudi. 1600 Auswärtsspiele und 36 Jahre lang kein einziges Heimspiel verpasst: Seit 1988 organisierte er Auswärtstouren mit dem sogenannten Bosch-Bus und arbeitete, na klar, zwischendurch in der Zeche. Hans-Jörg Reichel, der überraschend im Alter von 51 Jahren verstarb, hatte das Herz am königsblauen Fleck.

Mindestens ebenso traurig: Der desolate Auftritt der Schalker Mannschaft in Frankfurt. Nach Abpfiff war kollektives An-den-Kopp-packen angesagt. Oder wie es Manager Christian Heidel in alter Horst-Heldt-Manier verkaufte: »Wir haben noch viel Arbeit vor uns.« Aber gut, es benötigt eben auch Konstanten im Leben. 

Mensch, Meier
Vernünftig, dass die Bundesliga bei diesen Temperaturen für kurze Trinkeinheiten pausiert. Thomas Tuchel hatte ja erst in der Sommerpause für die taktische Möglichkeit der Auszeit plädiert und sein Darmstädter Kollege Norbert Meier setzte es gleich einmal in die Tat um: Beim Stand von 0:1 wetzte Meier zwischen seinen Spielern hin und her, als wäre Otto Rehhagel noch immer hinter ihm her. Anweisung hier, Korrektur dort und das Gesicht des Ex-Bielefelds-Coachs drückte dabei vor allem einen Gedanken aus: »Auf welches Himmelfahrtskommando habe ich mich hier nur eingelassen?« Klar, dass die sieben Abgänge im Sommer nicht so einfach zu kompensieren sein werden. In Köln zeigten die Lilien jedoch, dass sie in dieser Verfassung komplett zerpflückt werden dürften.

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