Fünf Dinge, die wir von diesem Spieltag gelernt haben

Liebe Kinder, bitte nicht nachmachen

Damit ihr auch am Sonntag mitreden könnt: Die fünf Lehren der gestrigen Samstagskonferenz.

Imago

1. Der Paradiesvogel gehört auf den Platz
Weil wir ein Fußball- und kein Modemagazin sind, wollen wir zum optischen Auftritt von Pierre-Emerick Aubameyang keine unnötigen Worte verlieren. Nur so viel: Wir hätten es nicht tragen können. Genaugenommen, niemand sollte so etwas tragen.

Abgesehen davon wünschen wir uns auch sonst den Gabuner bald wieder im schwarz-gelben Dress. Sieht besser aus und macht auch mehr Spaß – bestimmt auch dem BVB. Gegen ein tiefstehendes Hannover 96 tat sich Dortmund, wie schon zuletzt in Berlin, sehr schwer. In der ersten Halbzeit waren Marco Reus und Marcel Schmelzer durch Fernschüsse bzw. Freistöße dem Führungstor am nähesten. Kein Wunder also, dass das 1:0 durch Henrikh Mkhitaryan das erste BVB-Tor außerhalb des Sechszehners in dieser Saison war.

Der überraschende Pass in die Tiefe, die heute zugegebenermaßen nur schwer zu finden war, fehlte, während Aubameyang heute nur sekundenschnelle Selfies schoss. Immerhin: So konnte sich Rückkehrer Neven Subotic als bester Spieler auf dem Platz auszeichnen. Auch schön.



2. Der VfB Stuttgart ist kein Abstiegskandidat
Die Serie des VfB Stuttgart ist dermaßen erfolreich, dass Netflix eine Produktion im Schwabenland anstreben sollte. Der fünfte Sieg in Folge, die Niederlage im Pokal sei geschenkt, beschert dem VfB einen neunten Tabellenplatz. So gut standen die Cannstätter zuletzt 2013 dar. Sieben Punkte auf den Relegationsplatz und nur sechs Punkte bis zu den internationalen Rängen. »Wir bleiben mal bescheiden und fangen nicht an zu spinnen«, sagte Trainer Jürgen Kramny frei nach dem schwäbischen Grundsatz: Schaffe, schaffe, Häusle bauen.

Am Samstag gewannen die Stuttgarter mit 2:0 gegen Hertha BSC, denen die Doppelbelastung im Pokal vor allem zum Spielende deutlich anzumerken war. Trotzdem: Der VfB nutzte diese Schwäche eiskalt aus. Serey Die verwöhnte die Fans zudem mit seinem ersten Bundesligator. In dieser Form sind die Stuttgarter kein Kandidat für die zweite Liga. Wer an die vergangenen Monate denkt, dürfte erahnen, was allein das bedeutet.


3. SV Darmstadt bleibt seiner Linie treu
Schon vor zwei Wochen hatten wir dem Greenkeeper des SV Darmstadt empfohlen, bei diesen Platzverhältnissen einfach noch etwas Urlaub zu machen. Was wir nicht gedacht hätten: Dass der Kollege Grünschuh unserem Ratschlag folgt. Aber nun gut, diese Woche konnte ja auch ein Beamter gestehen, dass er seit sechs Jahren nicht mehr bei der Arbeit war.

Ungefähr so sah der Rasen am Böllenfalltor gestern Nachmittag aus. Nachdem vor zwei Wochen die Schalker ordentlich Probleme auf dem Geläuf bekamen, musste Bayer 04 Leverkusen einem Rückstand hinterherlaufen. In beiden Fälle gewannen schlussendlich trotzdem die Gäste. In Darmstadt probiert man trotzdem weiter alles, um am Ende den Klassenerhalt zu packen.


So auch zwischen der 85.-92. Minute als sich Aytac Sulu, Marcel Heller, Peter Niemeyer und Konstantin Rausch slapstickartig die fünfte bzw. zehnte Gelbe Karte abholten. Der Gegner in der kommenden Woche: FC Bayern München. Das könnte man einen unglücklichen Zufall nennen, oder so wie es ist: gnadenlose Berechnung. Aus Sicht der Darmstädter ist es sicherlich clever, die Aufgabe beim Rekordmeister direkt abzuschenken und mit frischen Jungs in zwei Wochen gegen Bremen im direkten Duell zu spielen. Man sollte sich jedoch auch am Bölle klar darüber sein: Sympathiepunkte gibt’s dafür nicht.