Fünf Dinge, die wir von diesem Spieltag gelernt haben

Lost in Loge 43

Jeden Samstag ab 15 Uhr gibt es in unserer BuLi-Konferenz alle Tore, Livestatistiken und das Beste aus dem Web. Damit ihr auch am Sonntag mitreden könnt: Die fünf Lehren der gestrigen Konferenz.

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Jeden Samstag ab 15 Uhr berichten wir in unseren BuLi-Konferenz von allem Wichtigen und Unwichtigen rund um den Spieltag. Live-Statistiken, die besten Tweets und ein bisschen Fachsimpelei auf unserer Stehtribüne. Schau’ mal vorbei, nächsten Samstag unter konferenz.11freunde.de

1. José Mourinho wird in Deutschland nur ein Team trainieren
Wer wissen wollte, wie gute Laune ausschaut, konnte am Samstag ein 90-minütiges Gastseminar bei Hans-Joachim Watzke buchen. Der BVB-Boss saß im Berliner Olympiastadion derart glücklich neben José Mourinho, dass seine Lachmuskeln nach dieser Meet-Greet-Show in der kommenden Woche einen Krankenschein vorlegen müssen. Derweil wähnte sich »The Special One« im völlig falschen Film. Wie ein Hollywoodstar in einer steckengebliebenen S46 konnte Mourinho weder vor noch zurück, musste sich zudem ein höhepunktarmes 0:0 zwischen Borussia Dortmund (Tabellenzweiter) und Hertha BSC (Dritter) im sogenannten »Topspiel« zu Gemüte führen. Sah dabei aus, als warte er schon jetzt auf einen erlösenden Anruf aus Manchester.

Fest steht: Sollte San José jemals hinabsteigen, um einen Bundesligaklub zu trainieren, dann wohl nur den derzeit Tabellenersten. Und er wird auch dort nur während der internationalen Spiele auf der Bank sitzen. 90 Minuten Aki Watzke dürften ja auch erst einmal ausgereicht haben. 



2. Hertha BSC mauert sich international
Immerhin lenkte Mourinhos Auftritt vom 0:0 auf dem Rasen ab. Dabei hätte das Topspiel durchaus eines werden können. Volle Ränge (im Olympiastadion ja durchaus selten), zwei Top-Mannschaften (in Berlin ebenfalls selten) und Druck durch die Verfolger. Doch zogen Dardais Herthaner in der zweiten Halbzeit ein astreines Revival der Berliner Mauer hoch. Dortmund spielte auf holprigem Rasen Offensivfußball, musste dabei zugleich auf die konterlauernden Berliner achten.

Ein 0:0 also, dass keiner Mannschaft wirklich helfen dürfte. Der FC Bayern ist für Dortmund in weiter Ferne. Schalke 04, Borussia Mönchengladbach und Bayer Leverkusen keuchen in Berlins Nacken. Immerhin: Dardais Mannschaft hat gezeigt, dass sie sich notfalls in den internationalen Wettbewerb verbarrikadieren wird. 



3. Fußball ist manchmal (kein bisschen) gerecht
Abgesehen vom Ergebnis: Das Spiel zwischen dem FC Ingolstadt und FC Augsburg ließ fußballerisch nicht viel zu wünschen übrig. Ein wunderschönes Tor von Konstantinos Stafylidis, zahlreiche Torraumszenen und ganz viel Leidenschaft.

Schade, dass dies nach dem Elfmeterpfiff zum Ingolstädter 2:1 in den Hintergrund rücken wird. Nachdem Augsburgs Jan Moravek vor allem den Ball spielte, entschied Schiedsrichter Michael Weiner trotzdem auf Straßstoß. Schwierig zu sehen, trotzdem eine glasklare Fehlentscheidung. Diesmal meckerte nach Spielschluss also der FC Augsburg, nach der Vorwoche in Dortmund mussten sich die Schanzer diesmal für den geschenkten Sieg entschuldigen. »Fußball sollte gerecht sein«, sagte Markus Weinzierl – und in gewisser Weise ist das am Samstag Realität geworden. »Ausgleichende Gerechtigkeit«, sah sein Kollege Ralph Hasenhüttl in dieser verspäteten Belohnung für das, was in Dortmund nur sieben Tage zuvor geschehen ist. Die Rufe nach dem Videobeweis werden dennoch nicht verstummen. Fans dieser Technik sollten weiter auf allwöchentliche Fehlentscheidungen hoffen.