Fünf Dinge, die wir vom Clasico gelernt haben

Ganz dicke Eier

Messi hat einen neuen Finishing Move, Suarez ist unangenehm, das Camp Nou fantastisch: Erkenntnisse von Barcas 2:1-Sieg gegen Real Madrid.

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1. Wenn das Camp Nou will, ist es immer noch eines der besten Stadien der Welt

Aufwändig inszenierte Choreografien und vielstimmige Gesänge vor dem Anpfiff sind wir inzwischen gewöhnt. Es ist schwer, uns mit einem »You´ll never walk alone« von der vollbesetzten Südtribüne in Dortmund zu beeindrucken. Zu oft gesehen und gehört, wir sind eben Gewohnheitstiere. Und selbst das Camp Nou, jene mehr als 98.000 Zuschauer fassende gigantische Schüssel, schien in den vergangenen Jahren an Reiz verloren zu haben. Doch dann verwandelte sich die legendäre Heimstätte Barcas am gestrigen Abend in ein einziges Meer aus rot-blauen Pappschildern, die ein riesiges Barca-Logo produzierten, das man vermutlich selbst vom Mond noch als solches erkennen konnte. Gleichzeitig stimmten die fast 100.000 Zuschauer die Vereinshymne an, »El Cant del Barca«. Nicht mit musikalischer Unterstützung, nicht mit Background-Gesängen aus dem Off, sondern a cappella:

Blaugrana al vent,
Un crit valent,
Tenim un nom, el sap tothom,
Barca, Barca, Barca!

Blaurot in den Wind,
Beherzter Schrei,
Wir haben einen Namen, den jeder kennt,
Barca, Barca, Barca!

Und weil sich zu so einem Spiel offenbar keine Gästefans verirren, schmachtete wirklich das komplette Stadion mit und sorgte so für eine dicke feste Ganzkörpergänsehaut. In diesem Moment wirkte das Camp Nou, das ja eigentlich schon vor Jahren umgebaut und modernisiert werden sollte, wie ein alter Kämpe, der dem jungen Gemüse noch einmal zeigt, was eine Harke ist. Mit Erfolg. Einziger Wermutstropfen: Das Spektakel wurde vom Verein organisiert und nicht vom Anhang. Uns hat es trotzdem gefallen.

2. Messi hat einen neuen Angeber-Move

Sicher, Lionel Messi tunnelte schon früher gerne alles, was zwei Beine hat und ein gegnerisches Trikot trägt, aber in letzter Zeit macht es den Anschein, als ob der argentinische Wunderknabe noch mehr Spaß an diesem herrlichen Streich unter Männern gefunden hat. Gegen Manchester City verdarb er gleich zwei Gegenspielern den Tag, einmal, gegen James Milner, auf so ausgekochte Art und Weise, dass selbst Zuschauer Pep Guardiola beinahe vor Freude ohnmächtig wurde. Im Clasico erwischt es nach wenigen Minuten Weltmeister Toni Kroos. Der schaffte es erst dann seine Beine zu schließen, als Messi längst fünf Meter entfernt war, vermutlich auf der Suche nach dem nächsten geöffneten Beinpaar. Das bot sich zwar nicht mehr an, doch wahrscheinlich reichte der eine Streich, um Messi für den Rest der Partie ganz dicke Hoden zu verschaffen: ein Tunnel, im Camp Nou, im Clasico, gegen den Weltmeister. Dürfte sich gut angefühlt haben.