Freiburgs Gegner FC Sevilla

Wie sich Freiburg und Sevilla ähneln

Seit er, der Anwalt, die Geschicke beim FC Sevilla zum zweiten Mal lenkt, ist der Klub gefestigt. Einahmen und Ausgaben standen in keinem der letzten Jahre in einem groben Missverhältnis. Dafür bekommt Sevilla in Spanien von der Konkurrenz viel Lob, auch wenn man nicht überall vorbildlich agiert. So klagte Pjotr Trochowski im Sommer über verspätete Gehaltszahlungen, auch Jesus Navas bekam seine vollständigen Bezüge erst nach seinem Wechsel zu Manchester City überwiesen.

Grundsätzlich scheint man aber die Lehren aus der Vergangenheit gezogen zu haben. Im Jahr 2000 stieg der Traditionsverein zum zweiten Mal innerhalb kürzester Zeit ab, die finanzielle Lage war prekär. Die Trümmer des  Abstiegs bilden heute das Fundament der Gegenwart. Weil damals Personal und Geld knapp waren, machte Präsident del Nido seinen Vertrauten Ramon Rodriguez Verdejo, genannt Monchi, vom Teambetreuer zum Sportdirektor. Der konnte auf eine Karriere als Sevillas Torwart zurückblicken, im Managementbereich verfügte er jedoch über keinerlei Erfahrung. Monchi, der Anfang der Neunziger noch mit Diego Armando Maradona gespielt hatte, erwies sich als Naturtalent. Ähnlich wie seinerzeit Klaus Allofs in Deutschland, landete Monchi bei seinen Transfers einen Treffer nach dem anderen. In Brasilien entdeckte er beim zweitklassigen EC Bahia einen talentierten Außenverteidiger. Prompt wurde der für eine halbe Million Euro unter Vertrag genommen. Wenige Jahre später verkaufte Monchi den Mann wieder. Zum Preis von 40 Millionen Euro. Sein Name: Dani Alves. Egal ob Alves, Seydou Keita, Adriano, Luis Fabiano, Navas oder Negredo, immer verbuchte Sevilla einen satten Gewinn. Ein engmaschiges Netz aus Scouts und Informanten macht es möglich. Jeden Montag wird in Monchis Büro konferiert, mögliche Kandidaten anschließend über mehrere Monate beobachtet.

Freiburg und Sevilla ähneln sich

Im Grunde ähnelt Sevilla damit dem heutigen Gegner aus Freiburg. Talente entdecken, fördern und gewinnbringend verkaufen – all das ist beiden Vereinen gemeinsam. Nur das die finanziellen Dimensionen in Sevilla andere sind. Zum Vergleich: Freiburg verdiente im vergangenen Sommer 10,5 Millionen Euro an Spielerverkäufen – rund 45 Millionen weniger. Dafür sieht del Nido Freiburg und die Bundesliga in anderen Bereichen im Vorteil. »In Deutschland gibt es ganz andere Sponsorenmöglichkeiten. Das Verhalten der Fans unterscheidet sich ebenfalls. Die Leute dort sind viel mehr bereit, Geld beim Stadionbesuch auszugeben. Das betritt Merchandising oder die Verpflegung.« Man dürfe allerdings die wirtschaftlichen Voraussetzungen in beiden Ländern nicht vergleichen. Die seien einfach zu unterschiedlich.

An die Sache mit der Gurke hat del Nido übrigens nicht die allerbesten Erinnerung. Der Aufnäher brachte seinem Team kein Glück. Sevilla scheiterte an der Qualifikation zur Europa League. Der Gegner kam damals aus Deutschland. Es war Hannover 96.