Französischer Spieler in Russland homophob angegriffen

Wer sich wehrt, wird bestraft

Wie tief Rassismus und Homophobie noch immer im russischen Fußball verankert sind, zeigen neben den Vorfällen in den Stadien vor allem die Reaktionen der Funktionäre. Der Direktor von Frimpongs Ex-Club Ufa, Schamil Gasow, sagte nach der roten Karte gegen seinen Spieler: »Was Frimpong gemacht hat, war falsch. Manchmal muss man die Tränen zurückhalten und einfach weitermachen.« Der damalige russische Sportminister Witali Mutko sagte: »Ich denke nicht, dass es sich lohnt, diese Episode zu einem großen Skandal aufzubauschen.«

Das Antidiskriminierungsnetwerk FARE schreibt auf seiner Website: »Spieler zu bestrafen, die sich gegen rassistische Beleidigungen wehren, ist eine gängige Praxis des Disziplinarkommittees des Russischen Fußballverbands RFU, während Fans, die Affenlaute oder andere rassistische Gesänge anstimmen, nicht immer verfolgt werden.«

Erst zu Beginn dieser Saison hatte die Russische Fußballiga angekündigt, ein Monitorsystem zu starten, um diskriminierende Vorfälle im Stadion besser sanktionieren zu können. Ob das System im Fall von Mollo bereits zum Einsatz kam, ist bislang unklar - auch eine Strafe gegen die Fans wurde zunächst nicht verhängt.

Yohan Mollo selbst streitet inzwischen ab, dass die Geste überhaupt gegen die Zenit-Fans gerichtet war. Auf Instagram postete er das Bild von sich selbst, retuschierte aber den Mittelfinger weg. Dazu schrieb er: »Die Geste richtete sich an einen Freund, der mir beim Spiel zusah und mich aufziehen wollte... Ich entschuldige mich bei allen, die dachten, dass die Geste an sie gerichtet gewesen wäre. Ich würde mir das nie erlauben.«

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