Fragen an den Spieltag (9)

Geschichte wird gemacht

Wer schickt sich an, Geschichte zu schreiben? Was lässt sich Markus Weinzierl diesmal einfallen? Und wie geht es eigentlich Carlo Ancelotti? Die Fragen (und Antworten) zum neunten Spieltag.

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Wer schielt nach den Geschichtsbüchern?


Auswärtssieg bei den Bayern, Platz zwei in der Tabelle - es läuft bei Borussia Mönchengladbach. Das liegt am neuen 4-3-3-System, welches Trainer Dieter Hecking der Mannschaft mit Saisonbeginn verordnet hat, und welches die Stärken des Kaders ganz offenbar am besten abbildet. Das liegt aber auch an einem Neuzugang namens Alassane Pléa. Fünf Tore in acht Spielen hat er bereits auf seinem Konto und mal eben einen Rekord eingestellt. Denn bisher traf der Franzose in allen vier Auswärtsspielen dieser Saison. Viermal in Folge auf fremden Plätzen erfolgreich zu sein, das gelang in der Geschichte der Bundesliga bisher nur Steffen Baumgart (1995/96 für Hansa Rostock) und Serge Gnabry (2016/17 für Werder Bremen). Sollte Pléa zum Auftakt des Spieltags an diesem Freitag also auch in Freiburg treffen, hat er schon nach neun Spieltagen Historisches vollbracht. Ganz nebenbei könnte er dafür sorgen, einen Negativ-Rekord zu verhindern. Denn der letzte Auswärtssieg Mönchengladbachs liegt über 16 Jahre zurück.

Wo scheppert es am häufigsten?
Der 1. FC Nürnberg ist dieser Tage die Schießbude der Liga. 19 Gegentore in acht Spielen, darunter eine 0:6 Klatsche in Leipzig und ein 0:7 in Dortmund. Die Hintermannschaft des Clubs scheint vor allem in der Fremde zuweilen ins Schwimmen zu geraten. Das Ganze klingt erst einmal bescheiden, dennoch besteht kein Grund zu großer Sorge für die Franken. In den letzten vier Spielzeiten wurde dieser Gegentorwert zum selben Zeitpunkt sogar schon zwei Mal vom SV Werder übertroffen. In der Saison 2016/17 hatte sich Bremen nach acht Spieltagen bereits 21 Buden gefangen, 2014/15 hagelte es sogar 22 Gegentore. Am Ende der Saison kam man in beiden Fällen noch unter die besten Zehn. Gut, der Verantwortliche von 2014, Robin Dutt, wurde nach jenem katastrophalen Start durch Victor Skripnik ersetzt. 2016 übernahm wiederum Alexander Nouri Skripniks gegentorreiche Hinterlassenschaft. Dennoch: Kein Grund zur Sorge für den 1. FC Nürnberg. Einzig Trainer Michael Köllner sollte sich so seine Gedanken machen.

Welchen Erfolg feiert Markus Weinzierl als nächsten?
Auf den ersten Blick liest sich die Premiere von Markus Weinzierl als Trainer des VfB Stuttgart ernüchternd. 0:4 im Heimspiel gegen Borussia Dortmund. Aber wie so oft im Leben muss auch das Wirken von Stuttgarts neuem Chefcoach einfach nur richtig interpretiert werden. Denn unterm Strich rückte seine Mannschaft trotz der Niederlage in der Tabelle um einen Platz auf - dem 1:7 von Fortuna Düsseldorf in Frankfurt sei Dank. Und dann war da noch der Mittwoch und der 4:0-Triumph des BVB über die Abwehr-Experten von Atletico Madrid. Seither kann Markus Weinzierl mit Fug und Recht behaupten: Wir sind so gut wie Atletico! Man darf also gespannt sein, womit Weinzierl und sein Team an diesem Wochenende aufwarten. Absoluter Außenseitertipp dabei: drei Punkte in Hoffenheim.