Fragen an den Spieltag (7)

Grün-Weiße Wappen mit »W«

Sollte man am Wochenende sein »Myspace«-Konto reaktivieren? Wonach riecht es in Hannover? Und welches Grün-Weiße Wappen mit »W« sieht besser aus? Die Fragen (und Antworten) des siebten Spieltags.

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Sollte man am Wochenende sein »Myspace«-Konto wieder aktivieren?

Laut »Bild.de« hat die derzeitige Erfolgsserie von Borussia Dortmund nur einen Grund: »WhatsApp«. Denn seitdem in einer »WhatsApp«-Gruppe, die angeblich aus Hans-Joachim Watzke, Michael Zorc, Matthias Sammer und Sebastian Kehl besteht, »die Nachrichten hin und her fliegen«, stehe Dortmund plötzlich an der Tabellenspitze. Da fragen wir uns natürlich: Warum erst jetzt? Spätestens seit der Meisterschaft 2012, die man in der Dortmunder Führungsetage durch intensives »Zoopaloola« zocken bei »ICQ« klar machte, sollte man beim BVB doch wissen, wie der Hase läuft. Wir reaktiveren derweil unser »Myspace«-Konto und hoffen einfach mal, dass wir am Montag Bundesliga-Erster sind.

Wie riecht es in Hannover?

Sitzen zwei Bomben im Keller, sagt die Eine: »Lass mal hochgehen.« Ein Satz, der nicht sonderlich witzig daher kommt und eigentlich auch sonst nicht weiter von Interesse ist. Er passt aber irgendwie zu einem Duell am kommenden Spieltag: Die beiden Bomben sind in diesem Fall Hannover 96 und der VfB Stuttgart. Die eine Bombe, die gern aus den tiefen des Tabellenkellers bis nach oben gehen möchte, ist der VfB. Die Partie gegen Bremen zeugte von Explosivität und Hitze, sie war rassig und feuergefährlich – bekanntlich auch vor dem eigenen Tor. Stuttgart ist am Samstag explodiert, in Bad Cannstatt liegt der Geruch von Schwarzpulver in der Luft. Bombe Nummer zwei, Hannover 96, explodierte bisher noch nicht, sie tickt aber unbehaglich weiter. Und auf Ruhe folgt bekanntlich ganz viel Sturm.

Welches Grün-Weiße Wappen mit »W« ist besser?

Showdown im Weserstadion. Wenn Wolfsburg am Freitagabend in Bremen gastiert, ist es endlich soweit: Die deutsche »Heraldik-Meisterschaft« in der Kategorie »Grün-Weiße Wappen mit »großem W« in der Mitte« kommt zu ihrem Höhepunkt. Nachdem sich zuvor bereits der FSV Grün-Weiß Usedom aus dem Turnier verabschieden musste - da kein »großes W« im Wappen - und auch Wehen Wiesbaden ausschied - da nicht »grün-weiß« - gipfelt die heiß ersehnte Spielklasse »Grün-Weiße Wappen mit » großem W« in der Mitte« nun in der Partie Werder gegen Wolfsburg. Wow!

Wer hält Schritt?

Wenn der deutsche Fußballer eines kann, dann historisch gesehen: Torhüter. Wann immer die DFB-Elf sich in der Vergangenheit durch die Jahre rumpelte, an guten Schlussmännern war selbst in der größten Not nie Mangel. Und so lautete eines der vielen ungeschriebenen Gesetze des Weltfußballs: die besten zwischen den Pfosten kommen aus Deutschland. Aber auch das hat sich, wie so vieles, geändert. Inzwischen hat ja selbst die englische Nationalmannschaft in Jordan Pickford einen im Kasten, von dem man nicht unbedingt annehmen muss, er wäre dort nur gelandet, weil den Job sonst niemand wollte. Besondere Konkurrenz allerdings kommt aus Slowenien in Person von Jan Oblak. Im Vereinsleben spielt der für Atletico Madrid und hat dort Wundersames vollbracht: Seit Beginn der Saison 2014/15 hat er sein Tor häufiger »sauber« gehalten, als Gegentore kassiert (72 Spiele ohne Gegentor zu 71 Gegentoren insgesamt). Da konnten in der vergangenen Saison nicht mal der FC Bayern München und Sven Ulreich mithalten (28 Gegentore bei 12 »weißen Westen«). In dieser Saison bisher am nächsten dran am Fabelrekord von Oblak: Florian Müller, Schlussmann von Mainz 05 (4 Gegentore, 2 »weiße Westen«). Dass er sich angesichts der blühenden Hertha-Offensive an diesem Wochenende »spontan« verletzt, darf trotzdem für ausgeschlossen gelten.