Foto mit Arsène Wenger von Freundin ruiniert


Bunny Wenger

Stewart Russell ist Arsenal-Fan und verehrt Arsène Wenger wie einen Gott. Als er die Chance auf ein Foto mit ihm hatte, war er dem Himmel nahe. Ehe seine Freundin zur Tat schritt.



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Stell dir vor, du triffst zufällig auf einen deiner Helden: auf den Papst, Beyoncé oder Arsène Wenger vielleicht. Seit Jahren, ach was, seit Jahrzehnten hast du dir ausgemalt, wie es wohl sein würde. Wie du ihm begegnen würdest, dem Helden deiner Jugend, dem Helden deiner Tagträume. Du hast dir ausgemalt, wie du ihn ansprechen würdest, ganz cool natürlich.

Du bist ja kein ordinärer, kein störender Fan, der nur kreischend und in ergebener Schockstarre vor seinem Idol verharrt. Du hast was zu sagen, machst angenehmen Smalltalk auf Augenhöhe, denn du weißt, wie er tickt, dein Held. Dann sagst du vielleicht Sachen wie: Wie geht's der Familie, Herr Papst?!

Endlich einer, mit dem man reden kann

Oder: Ihre Transferpolitik war genau richtig, Monsieur Wenger. Das Monsieur hast du besonders lange geübt, es kommt dir inzwischen fast zu französisch über die Lippen.

Und Monsieur Wenger lächelt nur weise zurück. Endlich einer, der ihn versteht, scheint er sich zu denken. Endlich einer, mit dem man reden kann. Und nicht einer dieser zahlreichen Claquere des Boulevards, die nur nachplappern, was an haltlosen Behauptungen in die Welt gestellt wird, über ihn, den Architekten des modernen Arsenal. Deines Arsenal.

Wie gut, dass du deine Freundin dabei hast! Oder?

Dann ist es dir ein bisschen peinlich, ihn zu fragen. Doch es geht nicht anders, muss ja sein. Du musst dein Idol, deinen Helden nach einem gemeinsamen Foto fragen. Erinnerungen und so. Augenhöhe hin oder her. Diesen Moment gibt es nur einmal im Leben. Der muss festgehalten werden. Picture, or it didn't happen. Right? Right!

Also ran an den Speck: Monsieur Wenger, ein Foto vielleicht?! Natürlich, sagt der. Vielleicht sagt er auch »bien sur« oder »sure«, mit diesem Elsass-Englisch, diesem Sing-Sang, der so charakteristisch für ihn ist. Ach, mein Held! Wie nett er ist! Denkst du. Und wie gut, dass du deine Freundin dabei hast. So bist du auf keines dieser elendigen Selfies angewiesen. Oder diese noch elendigeren Selfie-Sticks.

Wie sähe das denn jetzt aus? Du und Arsène Wenger und am langen Arm verhungert kaltes Metall im Versuch, den Moment für immer zu erhalten. Na, danke! Aber dein Baby wird's schon richten. Denkst du.