Football Leaks: Dubioser Investor

Football Leaks: Das ist kriminell

Die Mails geben zudem Aufschluss darüber, wie eng das Verhältnis zwischen den Investoren und dem federführenden Twente-Boss Van der Laan wohl war. Darin nannte Doyens Geschäftsführer ihn einen »wahren Freund«. Die Investoren sind weitergezogen und stecken viel Energie in ihren Kampf gegen das FIFA-Verbot. Immer wieder preist Geschäftsführer Lucas die Vorzüge des Modells an, das Twente vielleicht noch die Lizenz kosten wird.

Der niederländische Verband äußert sich gegenüber 11 FREUNDE harsch. Auf die Frage, ob Doyen bei Twente Einfluss genommen habe, sagt der Sprecher Koen Adriaanse vieldeutig: »Darauf wird es bald eine Antwort geben. Aber insgesamt haben TPO-Parteien wie Doyen, die mit verschiedenen Klubs verhandeln und nur im Fußball sind, um Geld zu machen, einen schlechten Einfluss auf den Fußball.« Wenn Twente die Lizenzbedingungen nicht erfüllt habe und bei der Untersuchung nicht kooperiere, würden sie ihre Lizenz verlieren. Schon jetzt steht fest: Die Untersuchungsergebnisse werden Signalwirkung haben in ganz Europa, bei den vielen anderen Klubs, die mit Doyen arbeiten.



»Es ist immer das gleiche Schema, nicht nur bei Twente, auch bei anderen Vereinen. Doyen benutzt finanziell angeschlagene Vereine und stülpt ihnen unfaire Bedingungen über. Das ist kriminell und schädlich für die Klubs«, sagen die Macher von Football Leaks. Sie vermuten, dass das Geschäft mit den Transferrechten trotz des Verbotes weiterläuft, lediglich getarnt als »Scouting- oder Vermittlerverträge.«

Die Fans wehren sich

In Enschede aber rüsten sich der langjährige Fan Jan Gerritsen und seine Mitstreiter von »Twente, verenigt« dagegen. Von nun an sollen erstmals in den Niederlanden Fans in den Aufsichtsrat entsandt werden und den Vorstand kontrollieren. Es soll ein Schutz sein gegen willkürliche Führung. »Was hier passiert ist«, sagt Gerritsen, »darf sich nie mehr wiederholen.«