Findet Thomas Müller endlich seine WM-Form?

WM-Jahre sind Müller-Jahre

Vor vier Jahren hat Thomas Müller mit seinen fünf Toren das deutsche Team zum WM-Pokal in Brasilien geschossen. Vier Jahre davor, bei der WM in Südafrika, hatte er ebenfalls fünf Tore erzielt. Und so ist sogar die WM-Marke seines Namensvetters Gerd, der den Beinamen »Bomber der Nation« trug und 14 WM-Tore erzielt hat in seiner unvergleichlichen Stürmerkarriere, für ihn in Reichweite geraten. WM-Jahre seien Müller-Jahre, hieß es bisher. Bei den EM-Turnieren 2012 und 2016 hatte er nix getroffen, weshalb jetzt an Stammtischen geulkt wird, Müller habe offenbar das Turnier verwechselt.

Tatsächlich ist Thomas Müller in den vergangenen zwei Jahren nicht so richtig ins Rollen, äh - ins Müllern gekommen. Acht Tore in der Liga, vier im Pokal und drei in der Champions League sind nicht schlecht, aber für einen wie Müller keine Spitzenwerte. Wenn er aber, dieser Anarchist auf dünnen Beinen, nicht seine hühnerdiebischen Lauf- und Schleichwege zum gegnerischen Tor findet und zum Abschluss kommt, dann bleibt nicht mehr viel übrig von dem, was ihn so unverwechselbar und wertvoll, kurz, was ihn zum »es-müllert« macht.

Dafür, so Müller, brauche er eine gewisse Leichtigkeit. Die »Crux« sei nur, dass man diese nicht trainieren kann. Jedenfalls habe er noch keine einzige Trainingseinheit erlebt, die die Leichtigkeit zum Inhalt hatte, wie er sagte. Es sei ja vielmehr eine Beschreibung des idealen Tuns der Spieler. Also nicht wie gegen Mexiko, da sei es in der Einzelkritik oft nicht so »leichtigkeitig« gewesen.

»Bisher konnten wir unsere Leistung nicht steigern.«

Thomas Müller ist mal wieder ins Plaudern geraten, was meistens von Gewinn ist. In den vergangenen Tagen hätten ihn seine Wege im Hotel zum einen oder anderen Spielertisch geführt, »auch dort bin ich variabel einsetzbar«, erzählt er lächelnd. Eine Grüppchenbildung, wie vom Boulevard unterstellt, habe er überhaupt nicht feststellen können. Wenn etwas nicht so gelaufen sei, dann, dass man die »Situation nach den Testspielen falsch eingeschätzt hat«, von wegen, das wird schon bis zum Mexikospiel hin. »Bisher konnten wir unsere Leistung nicht steigern.« Vor allem müsse das Team gegen Schweden diese fürchterlich vielen Ballverluste minimieren. Die würden oft passieren, wenn man überehrgeizig sei und es zu forsch versuche. Andererseits dürfe man nicht zu vorsichtig spielen. Sonst hieße es hinterher womöglich, toll, ihr habt weniger Ballverluste, aber viel zu langsam gespielt. Mutmaßt Müller. Dann steht er auf, geht und macht sich auf die Suche - wonach wohl?