Fies: Bayern hänseln Hoffenheim

»Eine kleine Dorf«

Es klang lustig, als Franck Ribéry in holprigem Deutsch von »eine kleine Dorf« sprach und anfügte: »Isch weiß nischt, wo das ist.« Doch das sind schon die ersten Verbalscharmützel vor dem Spitzenspiel Bayern gegen Hoffenheim. Fies: Bayern hänseln HoffenheimImago Uli Hoeneß weiß sehr wohl, wo Hoffenheim liegt. Schon seit Tagen stichelt der Manager von Bayern München gegen den Emporkömmling aus dem Kraichgau - und jetzt eröffneten auch die Spieler des deutschen Fußball-Rekordmeisters vor dem Spitzenspiel am Freitag in München das übliche Ballyhoo. »Wir wollen ein Zeichen setzen und zeigen, dass nur eine Mannschaft ganz oben stehen darf, und das ist der FC Bayern. Unser Ziel ist es, zu dominieren und souverän zu gewinnen. Es wird schwer für Hoffenheim, sich auf uns einzustellen. Kein anderer wird deutscher Meister als Bayern München«, sagte Bayerns Nationalspieler Philipp Lahm. Kollege Bastian Schweinsteiger verdeutlichte: »Wir werden von Woche zu Woche besser. Wir haben keine Angst vor Hoffenheim.«

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Selbst Bayern-Berater Paul Breitner fühlte sich vor dem Bundesliga-Gipfel bemüßigt, eine verbale Attacke gegen den Spitzenreiter zu fahren. »Nur mit Unbekümmertheit und Hurra-Stil wirst du des FC Bayern nicht Herr werden. Keiner hat bei uns ansatzweise Angst vor Hoffenheim«, sagte Breitner der Münchner »tz«. »Außerdem beschäftigen wir uns mit uns selbst. Und wenn wir weiter unseren Weg gehen, kann ich nur sagen: Mia san mia.«

Hopp verschnupft


Solche Töne sind die Verantwortlichen in Hoffenheim offensichtlich nicht gewohnt und zeigten sich entsprechend irritiert über die harte Gangart der Münchner im Vorfeld der Partie. Insbesondere 1899-Mäzen Dietmar Hopp war überrascht über die »Misstöne aus München«. »Ich bin erstaunt, dass es die Bayern nötig haben, sich so zu äußern. Erst sagt Karl-Heinz Rummenigge, das kein Mensch weiß, was Hoffenheim in den letzten 100 Jahren gemacht hat. Jetzt wollen die plötzlich wissen, wie viel bei uns bezahlt wird«, sagte Hopp, der offenbar sogar die Freundschaft zu Hoeneß in Gefahr sieht: »Bisher dachte ich, das Verhältnis zu Uli Hoeneß sei gut.«

Hoeneß lässt seit Tagen wohl bewusst keine Gelegenheit aus, um vor dem »Spiel der Spiele« über den Aufsteiger, der drei Punkte vor den Münchnern die Tabelle anführt, zu lästern. Nach dem 2:0 in Leverkusen tönte er: »Wir sind gut gerüstet. Spiele werden durch die besseren Spieler entschieden, und die haben wir. Natürlich sind wir besser als Hoffenheim.« Nur einen Tag später zielte die selbst ernannte »Abteilung Attacke« auf die Finanzen des Neulings ab: »Da wird übrigens mehr Geld gezahlt, als sie alle rumerzählen. Trotz der Finanzkrise hat der Herr Hopp schon noch ein paar Euro übrig.« Schon da meinte Hopp, dass er nicht wüsste, »warum Herr Hoeneß es nötig hat, sich über die Gehälter anderer Vereine auszulassen. Er will nur Unruhe stiften«.

Auch Hoffenheims Manager Jan Schindelmeiser konterte: »Mit den Gehältern von Toni, Ribéry und Klose könnten wir unseren gesamten Kader finanzieren.« Die verbalen Scharmützel werden sich bis zum Anpfiff am Freitag wohl noch fortsetzen, zumal der Franzose Ribery festgestellt hat, »dass ganz Deutschland auf dieses Spiel wartet«.

Immerhin drückt der Nationalspieler seinen Respekt vor Hoffenheim aus. Er kenne zwar die Spieler nicht, »aber das ist eine sehr gute Gemeinschaft mit sehr viel Selbstvertrauen«. Auch Daniel van Buyten traut Hoffenheim zu, »dass sie bis Ende um die Champions-League-Plätze spielen werden. Wir müssen uns auf das Spiel optimal vorbereiten, so, als ob das ein Champions-League-Spiel wäre«, erklärte der Belgier und fügte an: »Wir sind in den letzten Wochen immer stärker geworden. Es ist gerade ein guter Zeitpunkt, um gegen Hoffenheim zu spielen.«