Feyenoord-Hools randalieren in Rom

Stadt in Angst

Vor dem Spiel beim AS Rom zettelten Anhänger von Feyenoord Rotterdam schwere Ausschreitungen an. Die Bilanz: 18 Verletzte, 28 Festnahmen und eine Stadt im Ausnahmezustand.

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Die Szenerie wirkt wie aus einem Bürgerkriegsgebiet. Eine Rotte Polizisten steht dicht gedrängt auf einem verwüsteten Platz, vor ihnen ein einzelner Vermummter, der provozierende Gesten macht, im Hintergrund brennt es. Das Video ist mit schrammeligen Gitarren unterlegt, Rock’n’Roll und Bambule, es gibt einen Schnitt und der Vermummte liegt auf dem Boden, begraben unter schwer gepanzerten Polizisten. Flaschen fliegen durch die Luft.

Ein gängiger Fangesang in und um Fußballstadien ist »Fußballfans sind keine Verbrecher«. Zuweilen stimmt das aber nicht, wie die berüchtigten Anhänger von Feyenoord Rotterdam beim gestrigen Europa-League-Spiel in Rom unter Beweis stellten. »Was in diesen Stunden passiert, ist eine Schande und nicht zu tolerieren«, sagte Roms Bürgermeister Ignazio Marino, und sogar die holländische Botschaft meldete sich zu Wort. Knapp 6000 Fans hatten Feyenoord mit zum Auswärtsspiel begleitet, ein harter Kern von knapp 200 Mann davon nicht in friedlicher Absicht.

Bereits am Mittwoch kam es auf dem Campo di Fiori, einem Touristen-Hotspot, zu Ausschreitungen zwischen Fans und Polizei, die in 23 Festnahmen gipfelten. Am Donnerstag verlegten die Randalierer ihre Ausschreitungen an die Piazza di Spagna. Nur wenige Minuten nach Ankunft der Holländer war der ansonsten friedliche Platz komplett verwüstet. Böller flogen in Richtung der Polizei, der knapp 500 Jahre alte Barock-Brunnen »Fontana della Barcaccia« wurde schwer beschädigt. 1300 Sicherheitskräfte waren in Rom im Einsatz, die Krawalle waren dennoch kaum einzudämmen. »Wir haben Angst, das ist wie Krieg, hier gibt es keine Sicherheit«, zitierte die »Gazzetta Dello Sport« einen Ladenbesitzer, der sein Geschäft an der Piazza di Spagna hat.