FC Porto gegen Manchester United

Hello again!

Der »englische Portugal-Komplex«, die »Mission Impossible«, ganz »Manchester zittert«: Viele Medien sehen den Titelverteidiger vor dem Champions League-Viertelfinalspiel gegen Porto bereits gescheitert, doch warum eigentlich? FC Porto gegen Manchester UnitedImago Die Argumente sind überwältigend: Nie hat ein englisches Team in Porto gewonnen, unvergessen ist die Schmach von 2004, als Manchester im Champions League-Achtelfinale am FC scheiterte, und dass der portugiesische Fußball den Engländern im Allgemeinen nicht liegt, haben die »Three Lions« bereits im WM-Viertelfinale 2006 eindrucksvoll bewiesen. Auch stärken das Weiterkommen gegen Atlético Madrid im Achtelfinale und der 2:0-Heimsieg in der Vorrunde gegen Arsenal London Portos Position um den Sieg in den Köpfen.

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So geistert der Mythos einer namenlosen Mannschaft umher, die sich aufmacht, um große Taten zu vollbringen. Eine namenlose Mannschaft, deren Individuen bald bei den Global Playern des Fußballgeschäfts anheuern könnten. Schließlich hat der FC Porto in den vergangenen Jahren Spieler wie Ricardo Carvalho, Deco oder Pepe hervorgebracht, die dem internationalen Publikum nicht gerade als Goldedition-Sticker-Spieler bekannt waren.

Taktische Disziplin, Konterstärke, niedrige Fehlpassquote

In der portugiesischen Liga zählt der FC Porto vier Punkte Vorsprung vor dem Zweitplatzierten Sporting Lissabon. Damit ist Porto auf dem Weg zur vierten Meisterschaft in Folge. Mit dieser Souveränität traten sie auch in der diesjährigen Champions League-Endrunde an. Gegen Madrid und Manchester zeigten sie die typischen portugiesischen Fußballtugenden: Taktische Disziplin, Konterstärke, niedrige Fehlpassquote. Mit diesen Stärken sind sie in der Vorrunde Gruppensieger vor Arsenal London geworden. Doch was sagt das aus? Mit dem AS Rom, Panathinaikos Athen, Juventus Turin, dem FC Liverpool und Bayern München haben sich bereits fünf von acht Gruppensiegern aus dem Wettbewerb verabschiedet. Zudem verlor der FC Porto zwei seiner Vorrundenspiele  (0:4 bei Arsenal London und 0:1 vor heimischer Kulisse gegen Dynamo Kiew), Manchester United ist dagegen seit 22 Spielen in der europäischen Königsklasse ungeschlagen.

Darüber hinaus machte Teammanager Alex Ferguson den Fehler, den FC Porto zu unterschätzen. Ferguson hatte sich im Vorfeld der Hinspiel-Partie gegen eine Vorverlegung des Premier League-Spiels gegen Aston Villa (3:2) ausgesprochen, obwohl dies möglich gewesen wäre. Somit mussten die »Red Devils« schon zwei Tage später gegen Porto antreten. Im Nachhinein erklärte er: »Wir waren müde, weil ich das Risiko eingegangen bin, in der Liga am Sonntag zu spielen. Das war nicht die beste Vorbereitung.« Die Dauer der Vorbereitung ist diese Mal kein Thema, denn das zurückliegende Ligaspiel gegen Sunderland gewann ManU bereits am Samstag mit 2:1.

Und ungeachtet der statistischen Vorboten machte Portos Trainer Jesualdo Ferreira bereits deutlich: »Wir können sicher sein, dass United im Rückspiel anders auftreten wird. Sie werden wesentlich druckvoller spielen, weil sie gewinnen müssen.«