Fan-Schweigen gegen Anstoßzeiten

Pssssssssssssst!

Holt euch das Spiel zurück! Die Fans des FC St. Pauli und des 1. FC Kaiserslautern wollen der DFL heute Abend beweisen, dass sie ein unersetzbarer Bestandteil des Spiels sind. Die neue Form des Protests: 20 Minuten Stille. Fan-Schweigen gegen AnstoßzeitenImago Nicht zum ersten Mal werden sich die Fernsehzuschauer heute Abend im DSF wundern und denken: da fehlt doch was! Wenn Schiri Kinhöfer zur besten Sendezeit die Partie St. Pauli - Kaiserslautern anpfeift, werden die Fans schweigen.

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Der Protest richtet sich nicht nur gegen die Spiele am Montagabend, sondern gegen die generelle Zerstückelung des Spieltages und die teilweise unzumutbaren Anstoßzeiten, besonders in der Zweiten Liga. Ob freitags, montags, oder in der kommenden Saison auch sonntags, die Problematik wird für die reisenden Fans immer größer. Mehr als 600 Kilometer müssen die Fans aus Kaiserslautern heute anreisen, um das Spiel am Millerntor verfolgen zu können, ein Urlaubstag geht da mindestens verloren.

Fans können nicht durch bunte Sitze ersetzt werden

Adressat der Proteste sei heute Abend nicht das DSF, das sich als ausführendes Organ nur einfüge, so der Fanclubsprecherrat von St. Pauli. »Wenn sie die Spiele nicht mehr übertragen, wird es irgendwer anderes machen. Das Schweigen richtet sich an die DFL, die für die Spieltagsplanung verantwortlich ist und auf unsere Wünsche und Bedürfnisse null eingeht. «  Eine Gesprächsrunde mit Fans und Vertretern des Vereins, der DFL und der Presse führte zu keinen Ergebnissen. Von den Offiziellen schöngeredet, war es für die Fans verlorene Zeit. »Es wurde in keiner Weise signalisiert, dass man mit uns zusammen arbeiten will oder zumindest unsere Problematik erkennt«, hieß es von Seiten des Rates. Jetzt wollen die St. Pauli-Anhänger wie schon einst in Freiburg zeigen, wie wichtig sie für den »Event« Fußball sind und dass sie nicht mal eben durch bunte Sitze ersetzt werden können. Für sie beginnt das Spiel erst in der 21. Minute.

Ob es wirklich gelingt, das ganze Stadion zum Schweigen zu bringen, wird sich erst heute Abend zeigen. Zwar stehen sämtliche Fanclubs und auch die Gästefans hinter der Aktion und wollen sich beteiligen, doch im Internet wird das Thema kontrovers diskutiert: Der Drops sei eh gelutscht, der Verein brauche das Geld und außerdem sei ein Livespiel doch eine schöne Sache für die auswärtigen Fans, so die Argumente der Protestgegner. Viele Fans können es sich nicht vorstellen, den eigenen Club 20 Minuten lang nicht zu unterstützen. Der Fanclubsprecherrat rechnet trotzdem mit breiter Solidarität der Zuschauer. »Es ist mit Sicherheit ein Nachteil für die Mannschaft, wenn sie nicht unterstützt wird, aber wir haben das Team informiert. Die Spieler finden es zwar schade, aber sie verstehen unser Anliegen. Für uns ist der Drops noch lange nicht gelutscht, auch wenn bereits alle Verträge unterzeichnet sind, denn auch nach diesen Verträgen wird es wieder neue geben. Die Zuschauer am Bildschirm sollen sehen, dass die Fans nicht resignieren und nicht aufhören sich zu beschweren. «

Interessant ist nicht nur die Frage, ob sich das ganze Stadion beteiligt, sondern vor allem, was wohl passiert, wenn in der Anfangsphase ein Tor fällt. Der Ball liegt im Kasten – und im Stadion herrscht Totenstille? Man darf gespannt sein.

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