Fan bekommt Stadionverbot – weil er mit einem Eis Oralverkehr nachahmt

Oral von der Geschicht

Ein Fan bekommt bundesweites Stadionverbot, weil er vor Polizisten mit einem Eis Oralverkehr nachgeahmt haben soll. Moment, bitte was?

imago

Mit Sex verhält es sich ja bekanntermaßen wie mit Pizza: Auch wenn die Pizza nicht so gut ist, ist sie immer noch eine Pizza, und damit ist sie sehr gut. Eine Analogie, die wahrscheinlich auch mit Speiseeis funktioniert, sofern man der Speiseeis-Typ ist. Womit wir beim Thema dieses Textes angelangt wären: Einem namenlosen Speiseeis- und Fußballliebhaber, dem seine Leidenschaft nun zum Verhängnis wurde. 

Der Fan, dessen Name von seinem Anwalt Dr. Andreas Hüttl unkenntlich gemacht wurde, befand sich im Frühjahr bei einem ebenfalls nicht genannten Bundesligaspiel, in dessen Nachgang er einer Gruppe Polizisten begegnete. Was dann passierte, fasst der Brief der Polizei an den Fan wahrscheinlich am besten zusammen, schließlich ist er nicht weniger als eine Sternstunde deutschen Humors: 

»Eiswaffel provozierend tief in den Mund«

»Sie (…) verzehrten ein Waffeleis. Beim Anblick der beiden uniformierten Polizeibeamten im Streifenwagen stellten Sie sich demonstrativ an die Seitenscheibe des Fahrzeugs und steckten sich die Eiswaffel provozierend tief in den Mund, um einen Oralverkehr nachzuahmen. Danach gingen Sie an die Fahrzeugsfront und wiederholten ihre Tathandlung. Eine Vielzahl von unbeteiligten Personen beobachtete sie bei dieser Handlung.«

Zur Erinnerung: Diese Zeilen sind nicht etwa Bestandteil eines Loriot-Sketches, der es nicht aus der Schublade geschafft hat, sondern zentraler Punkt eines Schreibens der Polizei mit dem Betreff »Festsetzung eines bundesweiten Stadionverbots«. Der Fußball-, Eis- und Oralverkehr-Afficionado, laut Bericht erheblich alkoholisiert, »jedoch zeitlich und örtlich orientiert«, soll für seine »Provokation« tatsächlich bundesweites Stadionverbot erhalten. 

Dass ein solches Verbot Bestand hätte, bezweifelt Fananwalt Dr. Hüttl. Generell braucht es schon eine ernsthafte Straftat, um Stadionverbot zu erhalten, und nicht nur eine – zugegeben plumpe – Provokation. Und so wird nach dem Verfahren wohl nur der vielleicht kurioseste Polzeibrief der Fußballgeschichte zurückbleiben. Und möglicherweise die Erkenntnis, dass manchem Polizeibeamten eine echte derartige »Tathandlung« vielleicht mal ganz gut tun würde, um sich ein bisschen zu entspannen. Falls das nicht klappt, tut es ja vielleicht auch ein leckeres Eis.  

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