Falcao in der Krise

Kolumbiens Sorgenkapitän

Vom Superstürmer zum Problemfall: Auch bei der Copa America läuft es nicht rund für Falcao. Was ist nur los mit ihm?

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Endlich, nach Jahren der sportlichen Talfahrt nahm die Fußballwelt im vergangenen Sommer wieder Notiz von Kolumbien. Die »Cafeteros« drangen bis ins WM-Viertelfinale vor, wo sie zwar knapp gegen Brasilien ausschieden; die Mannschaft als Ganzes konnte aber mit glänzendem Fußball überzeugen, getragen von den Offensivakteuren James Rodríguez und Juan Cuadrado. Keine Rolle spielte dabei Radamel Falcao.

Der Starstürmer und Volksheld Kolumbiens hatte sich fünf Monate vor der Weltmeisterschaft einen Kreuzbandriss zugezogen und schaffte es nicht rechtzeitig zum Turnier. Ein scheinbar schwerer Schlag für die Nationalmannschaft. Heute sagen Spötter, es war das Beste, was dem kolumbianischen Team passieren konnte.

Technisch unsauber, nicht gedankenschnell

Falcao ist Kapitän der Cafeteros und seit wenigen Wochen Rekordtorschütze des Landes. Er trieb beim FC Porto und bei Atlético Madrid zwischen 2009 und 2013 gegnerische Abwehrreihen in den Wahnsinn. Falcao war ein heißes Eisen auf dem Transfermarkt, als er dann zum AS Monaco wechselte. Doch mittlerweile werden mit ihm nicht mehr die Attribute eines Ausnahmestürmers in Verbindung gebracht. Die letzte Saison bei Manchester United offenbarte einen Falcao, der technisch unsauber spielt und dem es an Gedankenschnelligkeit mangelt. Am Ende standen nur vier Tore zu Buche.

Ganz Kolumbien hoffte, sie würden mit dem Start der Copa América die alte, die durchschlagskräftige Version von Falcao zu sehen bekommen. »Wir müssen ihm vertrauen«, hatte Nationaltrainer José Pékerman noch gesagt. »Er überwindet stets Schwierigkeiten, um zum Erfolg zu gelangen.« Davon ist allerdings nichts zu sehen.