Englischer Fünftligist geht neue Wege

Natürlich! Ein Stadion aus Holz!

Der englische Fünftligist Forest Green Rovers baut eine Öko-Arena für 5.000 Fans. Umweltschützer applaudieren. Skeptiker denken sorgenvoll an Bradford 1985.

ZHD

Für Dale Vince (55) ist es die natürlichste Sache der Welt. Der Chairman des englischen Fünftligisten Forest Green Rovers lässt demnächst ein neues Stadion errichten – gebaut fast ausschließlich aus Holz und anderen erneuerbaren Werkstoffen.

»Mit dieser Spielstätte setzen wir völlig neue Umwelt-Standards«, jubelt der langhaarige Multimillionär, der sein Vermögen in der Öko-Branche gemacht hat. »Damit werden wir unserer Philosophie eines grünen Fußballvereins künftig noch besser gerecht werden.«

Nebenan: Ein ökologischer Business-Park

Jim Heverin, Direktor des beauftragten Architekturbüros, hat durchaus imposante Zusatzfakten zur geplanten Arena parat: »Sie ist komplett klimaneutral, denn sie erzeugt mit Solarkraft ihre eigene, alternative Energie.« Ach du grüne Neune, das klingt ja verdammt sauber!

Nebenan wird zudem ein ökologischer Business-Park mit 4.000 Büroplätzen errichtet, der die Ausgaben fürs Stadion locker wieder einspielen soll. Das gesamte Projekt wird rund 100 Millionen Euro kosten. Und Baubeginn ist bereits »in Kürze«, wie Dale Vince bei der offiziellen Präsentation stolz verkündet.

Eine weltweite, hölzerne Revolution?

Umwelt-Experten sind jetzt schon begeistert. Zu fast 100 Prozent biologisch abbaubar soll es sein, das Vorzeige-Projekt des englischen Fußballs. Oder sagen wir lieber: Projektchen. Vorläufig wird die Spielstätte der Rovers nur 5.000 Plätze bieten.

Mehr Zuschauer kommen eh nicht in der fünftklassigen »National League«. Doch das Stadion soll ebenso nachwachsend sein wie die darin verbauten Rohstoffe. Man könne es, so versichert Heverin, bei Bedarf problemlos auf 10.000 Plätze erweitern. Vereinsboss Vince glaubt derweil: Die »Eco Park Arena« – so der Arbeitstitel – könnte weltweit eine hölzerne Revolution beim Stadionbau entfachen.