EM-Steckbrief Rumänien

Der rumänische Riegel

Kaum jemand spricht vor dem Eröffnungsspiel von den Rumänen. Wir finden: vollkommen zurecht. Trotzdem könnte das Team heute die Franzosen ärgern. Mit einem Star, der keiner ist.

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Der Trainer
Anghel Iordanescu – rumänische Spielerlegende und Trainer-Stehaufmännchen. Aktuell absolviert Iordanescu seine dritte Amtszeit als Nationalcoach. 1994 erreichte er mit Rumänien das WM–Viertelfinale, 1998 das Achtelfinale. Außerdem wurde er zu Rumäniens Trainer des 20. Jahrhunderts gewählt und ist General der Armata Romana (rumänische Armee).

Die Taktik
»Bolt« ist rumänisch und steht für Riegel. In Anlehnung an Defensivpapst »Riegel–Rudi« Gutendorf könnte man den rumänischen Nationalteainer Anghel »Bolt« Iordanescu nennen. Nur zwei Tore fing seine Mannschaft in der Qualifikation. Rumäniens System beruht auf einem 4–4–1–1. Defensiv wird dies zu einem kompakten 4–4–1–1–Block mit zwei eng stehenden Viererketten. Zugriff erzeugen die Rumänen über Mannorientierung, im Mittelfeld und auf den Außen decken sie eng. Manchmal stoßen sie auch vor und pressen früh, meist in einem 4–1–3–2–System. Offensiv sind sie eher simpel gestrickt: schnelle Konter, lange Bälle, Standarts.

Der Star
Nach Spielern der Kategorie Gheorghe Hagi oder Adrian Mutu sucht man im aktuellen Kader der Rumänen vergeblich. Immerhin haben sie eine Art Dauerbrenner: den 35-jährigen Razvan Rat. Er hat 108 Länderspiele bestritten, wurde mit Schachtar Donezk sieben Mal Meister und gewann 2009 den Uefa-Cup. Aktuell ist er für Rayo Vallecano aktiv. Das erste seiner zwei Länderspieltore erzielte Rat im April 2004, als Rumänien mit 5:1 gegen Deutschland gewann. Seine Gegner damals: Carsten Ramelow, Jens Jeremies oder Torsten Frings. Bei der EM könnte er Gheorghe Popescu in der Rekordspieler-Rangliste überholen. Dafür müsste Rumänien nur ins Finale kommen.

Das besondere Zitat
»Wenn man durch Arbeit zu Reichtum käme, müssten die Mühlen den Eseln gehören.« Rumänisches Sprichwort

Der schönste Teil der Hymne
Deșteaptă-te, române! Erste Zeile und gleichzeitig Name des Tracks. Bedeutet so viel wie Erwache, Rumänien!. Diesen Imperativ sollten die Spieler durchaus beherzigen, gehört wach sein doch zu den unumstrittenen Vorteilen auf dem Spielfeld.



Die Frisur
Fehlt den Rumänen leider komplett. Kein blondgefärbter Bürstenschnitt, keine einrasierten Sterne, nicht mal eine richtige Glatze ist dabei. Wir finden: Da muss mehr Schwung rein. Immerhin der Kabinen–DJ gibt alles.



Wäre das Team ein Promi, dann:
Einer, den keiner kennt! Oder Alexandra Stan. Wobei das auf dasselbe rauskommt, muss man dann halt googlen. Aber Vorsicht: Ohrwurmgefahr!

Das Maskottchen
Gibts noch keins oder unsere Recherche–Skills gehören generalüberholt. Aber wenn man so was wie diesen Maskottchen–Vorschlag im Internet findet, läuft generell einiges schief.

– Quelle: http://geboren.am/orte/europa/rumaenien