Eintracht Frankfurt will mehr Stehplätze im Stadion

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Eintracht Frankfurt will die Schalensitze aus der Kurve reißen und eine der größten Stehtribünen Europas bauen. Auch aus wirtschaftlichen Interessen. Gut ist es trotzdem.

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Würde sich die Bundesliga jemals zu dem dummen Schritt entscheiden, keine Stehplätze in den Stadien zu erlauben, müssten 100.000 Fußballfans fortan zuhause bleiben. So viele Plätze gingen durch die Umwandlung in reine Sitzplatzstadien einfach verloren. Ein Minusgeschäft - von der Stimmung mal ganz abgesehen.

Umso besser also, dass sich Eintracht Frankfurt zum entgegengesetzten Schritt entschieden hat und die Westkurve von 9.000 auf 19.000 Stehplätze umbauen will. Und das - zumindest offiziell - nicht aus wirtschaftlichen Gründen, wie Eintracht-Vorstand Axel Hellmann in dieser Woche erklärte: »Wir wollen, dass das Live-Erlebnis Fußball für die Menschen bezahlbar bleibt.«

»Jeder kann differenzieren«

In eine ähnliche Kerbe schlug Hellmann bereits vor eineinhalb Jahren, als er eine Verdoppelung der Stehplatzzahlen ebenfalls befürwortete. Seine Argumente: Sozial benachteiligte Fans und Jugendliche, die keine 60 Euro für einen Sitzplatz aus der Brieftasche bezahlen könnten.

In ihrer Vertikalen könnte die neue Westkurve zwar noch nicht mit der Gelben Wand in Dortmund mithalten, trotzdem würden Stehplatzfans plötzlich in Frankfurt einen mächtigen Teil im Waldstadion ausmachen. Dass Hellmann um die Ecke denken kann, machte er dann auch direkt deutlich, als er auf die vermeintlichen Krawallproblemen in der Kurve angesprochen wurde: »Jeder, der das eine Weile verfolgt, kann klar differenzieren zwischen vielen, vielen positiven Dingen, die Eintracht tut und einem Kreis von Kriminellen, die die Plattform Fußball missbrauchen.«