Eine Ode an Petr Čech

The Big Pete

Am Wochenende hielt Petr Čech das 200. Mal in der Premier League seinen Kasten sauber. Eine Demonstration seiner Klasse und Konstanz. Dabei ist Čech so viel mehr als nur ein Torwart.

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Lieber Big Pete, 

nach dem Abpfiff beim 3:0-Sieg gegen Watford am Wochenende warst Du wie immer gelassen, doch Deine Worte zeigten die Euphorie: »Das ist ein unglaublicher Meilenstein für mich!« hast Du gesagt und meintest damit nicht die drei Punkte, die Deine Mannschaft weiter auf dem sechsten Tabellenplatz halten, sondern die Spiele, in denen du kein Gegentor gekriegt hast: 200. 200 Mal ist deine Weste weiß geblieben in der Premier League, der wahrscheinlich schwersten Liga der Welt. Das wird auf lange Zeit eine nicht zu überbietende Messlatte sein.

Und wie hast Du es gefeiert? Mit einem im Auto aufgenommenen Video? Mit großen Interviews bei Sportsendern? Nein, Du hast heute auf Twitter allen Gratulanten gedankt und das war’s. Denn Du wusstest schon immer: Weniger ist mehr. Du besitzt zwar einen Youtube-Channel, nur benutzt Du ihn ausschließlich um Deine Schlagzeugkünste zu präsentieren und nicht um auf die neuesten Schuhe Deines Sponsors aufmerksam zu machen. Und du besitzt auch eine Reihe von Autos, aber um zum Training zu kommen, nimmst du manchmal auch die Londoner Metro. 



432 Spiele – allein in der Premier League 

Wenn man an einen Spieler denkt, der konstant und ohne Aufsehen zu erregen seine Leistung bringt, dann bist das Du. 432 Mal standest du jetzt schon in der Premier League zwischen den Pfosten. Mit Länderspielen, Pokalen und Deiner Zeit in Frankreich und Tschechien kommst Du auf stolze 819 Spiele – eine Karriere, die auch für drei Fußballer reichen könnte. Doch Du nörgelst nicht, auch wenn Du offensichtlich müde bist wie nach dem 1:0 gegen Polen bei der WM 2012.