Ein spanisches Mädchen-Team gewinnt bei den Jungs

American Dream

Andrea Gómez ist derzeit die Ikone des Frauenfußballs in Spanien – mit gerade einmal 13 Jahren. Sie und ihre Teamkameradinnen haben eine ganze Jungen-Liga aufgemischt. Trotz oder wegen aller Unterschiede.

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Innerhalb weniger Tage spielten gleich zwei deutsche Nationalteams gegen Spanien. Beide im Rahmen von Europameisterschaften, beide in der Altersklasse U17, beide Spiele wurden im Elfmeterschießen entschieden. Die B-Junioren verloren das Halbfinale, die Mädels gewannen das Finale gegen Spanien und wurden Europameister.

Berühmt trotz Desinteresse

Während die Jungs der spanischen U17 EM-Rekordsieger sind, interessiert sich nicht einmal der spanische Verband für seine Mädels, die ja immerhin Zweiter wurden.

Dennoch ist Andrea Gómez in Spanien gerade ziemlich berühmt. Die 13-Jährige hat in der vergangenen Saison fast 40 Tore geschossen, sie ist Torschützenkönigin ihrer Liga und mit ihrem Team auch Meisterin geworden. Das Besondere: Die Mädels des AEM Lleida aus dem Nordosten Spaniens haben sich gegen 13 Jungen-Mannschaften durchgesetzt. In einem Land in dem Frauenfußball keine Rolle spielt.

Vorurteile und Bedenken

Spaniens Nationalmannschaft spielte erstmals 2015 bei einer Fußball-Weltmeisterschaft mit, Real Madrid hat überhaupt keine Fußballerinnen. Und Vereine wie der AEM Lleida, die auf Mädchen- oder Frauenfußball spezialisiert sind, haben es in Spanien nicht leicht, werden kaum gefördert.  »Frauen haben einen großen Fortschritt gemacht, was erstaunlich ist, wenn man den großen Unterschied betrachtet, wie das Geld hier verteilt wird“, sagt auch Sergio González, der Präsident von Lleida.

Kein Wunder, dass die Mädels gegen Vorurteile kämpfen. Oft wurden die Mädchen von ihren Gegnern sexistisch beleidigt. Insbesondere die Mütter der Jungs sparten nicht mit Beleidigungen und Macho-Kommentaren. Und auch von Schiedsrichtern mussten sich die Mädchen einiges anhören, wurden zum Beispiel als »las princesas« bezeichnet. Einmal reichte es Coach Daniel Rodrigo und er weigerte sich anzutreten, nachdem er von einem Schiedsrichter vor dem Spiel gefragt worden war, ob sein Team nicht auf dem falschen Platz stehe.

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