Ein offener Brief an Zlatan

»Retten Sie den deutschen Fußball«


Mailand? Los Angeles? Pustekuchen. Für Zlatan gibt es nur eine mögliche Destination: 
Lasst ihn uns gemeinsam in die Bundesliga holen. 

imago

Helft mit, Zlatan in die Bundesliga zu holen - mit der großen »Zlatan in die Bundesliga«-Petition. Hier könnt ihr unterschreiben!


Sehr geehrter Herr Ibrahimovic,

Sie werden diesen Brief nie lesen. Was ein großer Fehler ist. Weniger ob des Briefes an sich - weder wird er drollige Wörter (Fracksausen/auseinanderklamüsern) beinhalten, noch wird er Sie durch außerordentliche Stringenz zu fesseln vermögen. Nein, es geht einzig um die Botschaft, die dieser Brief zu transportieren versucht und die Sie gefälligst mitzubekommen haben. Daher gewähren Sie uns einen Wunsch: Pressen Sie ihre schöne, lange Nase jetzt bitte schleunigst gegen den diamantenverzierten Bildschirm, auf dass Sie sie nicht rümpfen können, und lassen Sie die folgenden Wörter langsam auf sich wirken: Bitte, Zlatan, retten Sie den deutschen Fußball! Bitte, Zlatan, kommen Sie zu uns in die Bundesliga!



Hier in Deutschland wartet eine ganze Fußballnation darauf, erlöst zu werden. Auf eine Figur, die sich diese Bürde auferlegt, ohne sie vor lauter Bammel gleich wieder von den Schultern purzeln zu lassen. Auf einen Typen mit einem ebenso breitem Lächeln wie Kreuz. Auf einen Typen wie Sie.

Bevor Sie sich wundern, warum wir Sie hier - im Land des amtierenden Weltmeisters, im Land der gut geölten Nachwuchsleistungszentren und der pünktlichen Gehaltszahlungen - so bitter nötig haben, lassen Sie uns kurz den Status quo erläutern. Denn auf den zweiten Blick ist längst nicht alles so solide wie die Eiche, die sich diese Nation so gerne zu eigen macht. 



Nicht wie die anderen Rampensäue

So leben wir derzeit mit einem Dachverband, der in erster Linie um sich selbst kreist und mit einem Serienmeister, der alles richtig macht und deshalb irgendwie auch alles falsch. Mit einen Emporkömmling, der die Liga in Zukunft wieder spannend machen wird, den wir aber wegen des Systems, für das er steht, gar nicht oben sehen wollen. Und mit einer ganzen Reihe alter Schlachtrösser, die sich immer wieder in Zankereien verlieren und so auch weiterhin - zu vital für den Tod, zu träge fürs Leben - auf der Stelle verharren werden.

Sie dagegen verharren nicht. Nie. Nicht mal jetzt, wo Sie sich so schwer verletzt haben. Sie stehen für Auftrieb, für Ansagen, für Anlauf. Und für die kleinen und großen Wunder, die möglich sind, wenn man nur fest genug daran glaubt. Für die Tore aus unmöglichem Winkel, gemeistert mit den unmöglichsten Körperteilen. Für größenwahnsinnige Sprüche und für das Zwinkern beim Aussprechen dieser, welches Sie als Person so sehr von den anderen Rampensäuen unterscheidet. Sie stehen für den diebischen Spaß, den dieses Spiel auf und neben dem Platz bringen kann. Lassen Sie uns daran teilhaben. Geben Sie uns ein Stück von Ihnen ab.

Apropos die Bayern

Auf der anderen Seite gibt es außerdem ja durchaus Dinge, die Ihnen hier gefallen könnten. Wir gelten zwar als unterkühlt und berechnend, doch spätestens mit dem 30.01.1933 haben wir bewiesen, dass wir uns für jeden Scheiß begeistern lassen. Und was Sie zu bieten haben, ist ja nicht mal Scheiße, sondern toll, einfach nur toll. Will heißen: Wir würden Sie hier auf Händen tragen. Darüber hinaus bräuchten Sie sich keine Sorge um das Niveau zu machen. Selbst wenn das Kreuzband Sie in Zukunft ein kleines bisschen kürzer treten ließe, für unsere Jungs wird es schon reichen. Außerdem würden Sie in Deutschland bei fast jedem Klub das Risiko minimieren, wie in Manchester vor die Tür gesetzt zu werden. Denn das Argument, 345.000 Pfund die Woche für einen Spieler auszugeben, der wegen einer Verletzung zunächst nicht spielen kann, zieht hier nicht. So viel Geld kann außer den Bayern sowieso keiner zahlen. 



Apropos die Bayern. Tun Sie uns einen Gefallen und gehen Sie nicht zu den Bayern. Die sind auch ohne Sie gut genug. Suchen Sie sich einen schönen Mittelklasseklub und motzen Sie ihn auf. Wo auch immer Sie waren, einen Titel haben Sie immer geholt. Sollten Sie auf Anhieb mit, sagen wir Hertha BSC, die Europa League gewinnen, wäre der letzte Beweis Ihrer Übernatürlichkeit erbracht. Stellen Sie sich das doch mal vor. Zlatan Ibrahimovic, vergöttert in Paris, in Manchester und in Berlin. Eine Schneise der Liebe gegen den Terror.

Und sollte es Sie doch gen München ziehen, dann bringen Sie dort bitte zumindest das Gehaltsgefüge aus dem Gleichgewicht. So oder so: Sie sind unsere letzte Hoffnung.

Hochachtungsvoll,
die 11FREUNDE-Redaktion

Snälla, Zlatan, rädda tysk fotboll! Snälla, Zlatan, kom till oss i Bundesliga! Du är vårt sista hopp!