Ein Grußwort von Chefredakteur Thomas Hitzlsperger

Spieler machen 11FREUNDE

Was für eine tolle Zeit! In den vergangenen Wochen konnten wir in unseren Hängematten auf Mallorca flätzen, denn die 11FREUNDE-Ausgabe #156 produzierten andere: die Fußballprofis. Chefredakteur Thomas Hitzlsperger erklärt, wie es gelaufen ist.

11FREUNDE
Heft: #
157

Fußball ist der beste Job der Welt. So lautet jedenfalls die Meinung von Millionen von Menschen, die sich die Hochglanzbilder aus dem Fernsehen und die Schlagzeilen der Zeitungen Tag für Tag reinziehen. Aber stimmt es wirklich, dass man als Fußballprofi das große Los gezogen hat und sich nie mehr im Leben Sorgen machen muss?

Wir wollten für die neue Ausgabe noch näher an die Spieler rankommen und ein klareres Bild über das Leben der Fußballer zeichnen. Dabei entstand die Idee, die Spieler selbst über ihre Erfahrungen als Profi schreiben zu lassen und möglichst alle Facetten abzubilden, die im Leben eines Bundesligaprofis wichtig sind.

So wurde »Spieler machen 11FREUNDE« geboren, eine Ausgabe, die es in dieser Form noch nie gegeben hat. Passend dazu räumte Philipp Köster seinen Chefsessel und ernannte mich für vier Wochen zum Chefredakteur.
 
Da ich schon seit über einem Jahr nicht mehr aktiv spiele, benötigte ich zwei Assistenten, die noch auf dem Rasen stehen und alles hautnah miterleben. Ich entschied mich für Andreas Beck und René Adler. Bei den beiden wusste ich, dass sie Interesse haben würden, genauso wie ich, einmal hinter die Kulissen zu blicken und vom Interviewten in die Rolle des Interviewers zu schlüpfen. Überdies wusste ich, dass sie gerne mal an der Gestaltung eines solchen Heftes mitwirken wollten. Wir besprachen also zusammen die Themenauswahl, tauschten uns mit der Grafik aus und überlegten, welche Profis am besten für die Ausgabe in Frage kommen würden.

Einer der ersten Spieler, die wir auswählten, war Simon Rolfes. Der hätte auch gut zu unserem Chefredaktionsteam gepasst, aber eine Verletzung verhinderte sein Mitwirken. Einen Beitrag zum Heft lieferte er dennoch. Sein Text über Geldanlage, einem sensiblen Thema unter Fußballprofis, gibt einen einzigarten Einblick, wie man mit Ruhe und klarem Denken für die Zukunft vorbaut. Ohne belehrend zu wirken, verrät er, wie man nach der Fußballerlaufbahn beruhigt eine zweite Karriere beginnen kann und sich dabei keine Sorgen um die Finanzen machen muss.

Spielerberater, Trainer oder TV-Experte?

Überhaupt keine Sorgen dürften sich jene Spieler machen, die bereits wissen, was sie im Anschluss an die Karriere machen. Und ich denke dabei nicht an die unzähligen Spieler, die glauben, irgendwie, irgendwo als Spielerberater, Trainer oder TV-Experte weitermachen zu können.

Wir haben fünf Profis gefunden, die ihren Kindheitstraum nicht aufgegeben haben und ließen sie in die Rolle schlüpfen, die sie vielleicht bald einnehmen werden, sobald sie die Fußballschuhe an den Nagel gehängt haben. Ob Roberto Hilbert als Bäckermeister, Florian Dick als Zauberer oder Dominic Peitz im Bundestag als erster Sportminister – für uns haben sie geschrieben, wie sie sich die Zukunft ohne Fußball vorstellen und sind schon einmal dorthin gegangen, wo sie vielleicht bald zum Dienst antreten werden.
 
Oscar Wendt von Borussia Mönchengladbach kann sich übrigens gut eine Karriere als Musiker vorstellen. Vielleicht sollte er sich mit Benedikt Höwedes zusammentun. Der hat nämlich auch ein Faible für harte Rockmusik. Mit uns hat er das Konzert der Beatstakes in Düsseldorf besucht und anschließend die fünf Jungs nach allen Regeln der Kunst befragt.
 
Neben Höwedes schlüpften auch Philipp Lahm und Hanno Balitsch in die Rolle des Interviewers. Während Hanno Balitsch seinen ehemaligen Trainer, Ewald Lienen,  Fragen stellte, die er sich als Spieler nie getraut hätte, nutzte Philipp Lahm die Gelegenheit, dem Field-Reporter Uli Köhler all die nervigen Fragen zu stellen, die Bundesliga-Spieler oftmals nach 90 Minuten harter Arbeit und einer deftigen Niederlage ertragen müssen. Als Uli Köhler die Rollen wieder umkehren wollte und Lahm eine Frage stellte, wies der ihn zurecht und meinte: »Uli, Du weißt schon, dass ich hier die Fragen stelle?«

Ein Superman-Tattoo für Hans Meyer?

Eine ganze Reihe von Fragen musste auch Hans Meyer beantworten. Nicht, wie üblich von 11FREUNDE-Redakteur Dirk Gieselmann, sondern von den Spielern. Was er wohl auf die Frage von Heiko Butscher geantwortet hat: »Hätten Sie sich mit 20 Jahren ein Superman-Tattoo auf den Oberam stechen lassen?«

Eine ganz zentrale Frage im Leben eines Fußballprofis ist die Frage nach Erfolg. Journalisten, Fans, Experten und Kommentatoren beurteilen die Leistungen nach ihren eigenen Maßstäben. Wie beurteilen es aber die Protagonisten? Was bedeutet Erfolg für die Spieler? Genau diese Frage stellten wir Moritz Volz, Markus Feulner und Per Mertesacker. Herausgekommen sind drei sehr persönliche Texte über unterschiedliche Karriereverläufe und Höhen und Tiefen im Milliardengeschäft Profifußball.

Neben zahlreichen Texten findet ihr im Heft auch eine ganze Menge an Selfies, die wohl beliebteste und zur Zeit häufigste Form der Selbstinszenierung. Darüber hinaus gibt es wie gewohnt die Rubriken »Kurzpass«, »Zeitlupe« und alles, was ihr sonst so gewohnt seid von 11FREUNDE – mit dem kleinen Unterschied, dass alles von Spielern gemacht wurde.

Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen.

Euer
Thomas Hitzlsperger

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