Ein 18-Jähriger aus Manchester mischt England auf

Kick and Rashford

Bei seinen Debüts in der Europa und Premier League trifft Marcus Rashford jeweils zweimal für Manchester United. Wer ist das Talent, über das nun ganz England spricht?

imago

Marcus Rashford ist erst 18 Jahre jung und brauchte gerade einmal 90 Minuten, um sich einen Namen im Old Trafford zu machen.

Aber diese Geschichte beginnt nicht im Fußballtempel von Manchester United. Sie endet vorerst hier. Mit einem Doppelpack beim Europa-League-Debüt gegen Midtjylland und einem Doppelpack drei Tage später beim Premier-League-Debüt gegen den FC Arsenal. Ihren Anfang nahm diese Geschichte im Auto von David Horrocks.

Horrocks war Rashfords erster Coach, ein Jugendtrainer bei den Fletcher Moss Rangers, einem kleinen Klub im Süden Manchesters. Als der Linksfuß gerade einmal sieben Jahre alt war, bekundete nicht nur United, sondern auch Stadtrivale City Interesse an dem jungen Stürmer. Der damalige Trainingskomplex der Citizens an der Platt Lane liegt nur vier Meilen von Wythenshawe entfernt, dem Stadtteil, in dem Rashford mit drei Brüdern und einer Schwester aufgewachsen ist.

Auch City buhlt um das Talent

City versprach dem Jungen, später eine Mannschaft um ihn herum aufzubauen. Und United befürchtete, Rashford könnte sich aufgrund der geographischen Nähe für City entscheiden. Daher riefen die Verantwortlichen der Red Devils bei Horrocks an und baten ihn, Rashford eines Sonntagmorgens auf das Trainingsgelände zu bringen. Also chauffierte Horrocks Rashford zu United – die Initialzündung für den späteren Wechsel.


Marcus Rashford bei der U7 der Fletcher Moss Rangers

Als Rashford den Grund des Trainingszentrums betrat, soll er hin und weg gewesen sein. Kurz darauf schmückte er sein Kinderzimmer mit Memoiren von Manchester United und entschied sich als Siebenjähriger für Rot. Er war nicht der erste, der den Sprung von den Fletcher Moss Rangers zu einem Profiklub schaffte.

Erste Vergleiche mit Eric Cantona

Der Verein hat längst einen Namen auf der Insel. Auch der frühere ManUnited-Verteidiger Wes Brown und Arsenals Angreifer Danny Welbeck entstammen seiner Schule. Auf Welbeck und Rashford angesprochen, sagte Horrocks neulich: »Wir sind stolz, dass es Danny so weit gebracht hat. Aber Marcus hat schon jetzt mehr Tempo, als Danny jemals hatte. Marcus hat eine Arbeitseinstellung wie einst Eric Cantona und David Beckham.« Cantona mag ein exzentrischer Rüpel gewesen sein. Allerdings auch fleißiger als all seine Mitspieler. Nach jedem Training nahm er sich einen Sack voller Bälle mit, um Extraschichten zu schieben.

Zwei Jahre nach seiner ersten Stippvisite bei United entschloss sich Rashford als Neunjähriger zu einem Wechsel. Auch bei United war sein Talent offensichtlich, er war schon in jungen Jahren explosiv im Antritt, pfeilschnell und dribbelstark. Doch seiner Spielweise ging noch die Klarheit und Schnörkellosigkeit ab. In Uniteds Jugendabteilung wünschte man sich mehr Treffer von ihm. Tore, wie sie einst Ruud van Nistelrooy für den Klub erzielte. Schmucklose Abstauber im Strafraum. Also gab man ihm Anschauungsunterricht und spielte ihm Best-of-Videos des Niederländers vor. Rashford arbeitete an sich.

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