Duisburg verliert Heimspiel

Wölfe fressen Zebras

Vor einer Woche waren sie noch die “Helden von Dortmund”, aber beim ersten Heimspiel der Saison gab es nichts zu holen für den MSV. Nach der 1:3-Niederlage gegen den VfL Wolfsburg traf so manchen MSV-Fan die Erkenntnis, dass wir auch mit dieser durchaus starken Mannschaft nicht um den UEFA-Cup, sondern ausschließlich gegen den Abstieg spielen. Und da sind drei Punkte eine durchaus akzeptable Bilanz; von einem Fehlstart kann man also beim besten Willen nicht sprechen. Auch die Leistung der Zebras war in Ordnung. Wenn man überhaupt etwas kritisieren konnte, dann waren das einige hundert Zuschauer, die nach dem 0:3 mit Sprechchören die Rückkehr von Georg Koch forderten - eine Frechheit, wie ich finde, und außerdem sehr unfair unserem neuen Torhüter Tom Starke gegenüber! Aber das Problem “Erfolgsfan” existiert leider auch in Duisburg…

Was den Zebras im Spiel fehlte war das letzte bisschen Glück, um den Wolfsburger Abwehrriegel zu überwinden. Selbst Medienstar Ailton konnte sich bei seiner Premiere im Zebratrikot nicht nennenswert in Szene setzen. Stattdessen zauberte ein anderer Brasilianer: Wolfsburgs Marcelinho traf nach einem Fehler von Filipescu zum 1:0 für die Gäste und bereitete die anderen beiden Tore vor. Er war es, der den Unterschied machte, denn ohne seine Ideen und Tricks wäre das Offensivspiel der millionenschweren Truppe aus dem Autoland bestenfalls Magerkost.

Eine genaue taktische Analyse des Spiels überlasse ich MSV-Trainer Rudi Bommer, der “zwei individuelle Fehler” als Hauptgründe für die Niederlage ausmachte. Ich erkläre mir das Resultat noch einfacher: Der MSV spielte nicht wesentlich schlechter als beim Sieg in Dortmund, doch Wolfsburg war erheblich stärker als der BVB.