Düsseldorf verabschiedet »Lumpi« Lambertz

Nie mehr zweite Liga!

Der hatte von einem Fan eine bengalische Fackel in die Hand gedrückt bekommen. Um sie zu löschen, wie der Verein es später verteidigte, kurz bevor die Liga ihn für die ersten zwei Saisonspiele sperrte. Er schwenkte die Fackel, »Nie mehr zweite Liga!« auf den Lippen. Wie man so ein Feuer eben löscht.

Lambertz hatte es geschafft. Aus dem Jungen aus Dormagen wurde ein Bundesligaprofi, der ausgerechnet gegen den FC Bayern München sein erstes Tor im Fußball-Oberhaus schoss. Konter, vor ihm Manuel Neuer, hinter ihm Philipp Lahm. Lambertz sachlich: »Augen zu und drauf.«

»Lumpi« geht – und die Fortuna befindet sich im Umbruch

Michael Ratajczak, Tobias Levels, Jens Langeneke, Assani Lukimya, Jojo van den Bergh, Adam Bodzek, Oliver Fink, Thomas Bröker, Ken Ilsö, Maximilian Beister und Andreas Lambertz standen damals gegen Hertha auf dem Platz. Drei Jahre später, im letzten Spiel der Saison 2014/15 gegen Frankfurt nach Auf- und Abstieg, ist nur noch Lambertz dabei. Er ist erneut der letzte Mohikaner - und auch das nur aus gutem Willen.

Denn seit eineinhalb Jahren spielt die Vereinslegende kaum noch eine ernste Rolle in Düsseldorf, weshalb Vertragsgespräche beiderseitig nur halbherzig geführt wurden. Jetzt wird Lambertz nach Dresden wechseln, nach seinem Karriereende wird er nach Düsseldorf zurückkehren. Natürlich. Die Fortuna befindet sich derweil mitten in einem gewaltigen Umbruch. Nach einem vielversprechenden Start verlief die Saison völlig enttäuschend. Die Ultras aus Block 42 quittierte bis zum Sommer den Dienst – eine unheimliche Stille herrschte zuletzt in der riesigen Multifunktionsarena. Vom einstigen Flair des Flinger Broich ist nicht mehr viel zu spüren.

Typisch »Lumpi«: Ackern, eiern, grätschen

In der zehnten Minute an diesem Sonntag hebt Frankfurts Edmond Kapllani den Ball über Keeper Michael Rensing, Lambertz setzt hinterher, grätscht den Ball auf der Linie einen Bruchteil zu spät ab – ins eigene Tor. 0:1. Danach geht es ganz schnell. Lukas Schmitz gleicht im Gegenzug zum 1:1 aus, Fortunas Ihlas Bebou trifft in der 19. Minute nach einer Ecke zum 2:1 und eine Minute später verwandelt Kapllani einen Elfmeter im Nachschuss. Für Frankfurt geht es um den Klassenerhalt, Düsseldorf spielt munter mit. Und zwischendrin eiert, ackert und grätscht Lumpi Lambertz, wie er es immer tat.