Duell des Spieltags: Hertha-Schalke

In den Farben vereint, in der Sache geteilt

Endlich ist es wieder soweit: Nach der Länderspiel-Pause ist vor der Bundesliga. Wir freuen uns schon wie Bolle auf den achten Spieltag. Dafür bleiben wir gleich in der Hauptstadt. Denn hier findet das wahre Duell des Spieltags statt. Ob gewollt oder nicht!

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Die »Alte Dame« empfängt »Königsblau«. Klingt ein bisschen so, also würde die Queen sich mit Prinz Harry treffen. Doch bei der Partie zwischen Hertha BSC und Schalke 04 geht es um Östersund, wenig Schlaf, einen Bestechungs-Skandal und »Erwin«. Wer gewinnt das Duell? Wir haben den ultimativen Vergleich. 

Die Form
Fangen wir vorne an. Hertha gegen Schalke. Könnte 0:0 ausgehen. Oder auch 1:1. Irgendwie sind beide Mannschaften ganz schwierig einzuschätzen. Und das schon seit Jahren. Aber was sagen die harten Fakten? Wenig bis nichts. Die Hauptstädter sind heimstark. Schalke kann eigentlich mehr. Alles schon gehört. Wenig spannend.

Viel wichtiger ist aber, dass sich die Hertha in der Europa League gegen Östersund bis auf die Knochen blamiert hat. Gegen Östersund! Die stehen in der schwedischen Liga auf Rang sechs. Aber das sind Luxus-Probleme. Zumindest aus Sicht der Schalker. Die haben sich ja nicht mal für die internationale Trostrunde qualifiziert. Klarer Punkt für die Berliner.

Hertha: 1
Schalke: 0

Die Trainer
Mag sein, dass sich die Teams neutralisieren. Aber die Trainer? Auf keinen Fall! Die beiden Coaches könnten unterschiedlicher kaum sein. Auf der einen Seite Pál Dárdai. Ungar. Spieler-Legende bei der Hertha. Schon damals Typ »Waden-Beißer«. Irgendwie hat man das Gefühl er steht noch immer auf dem Platz. Wahrscheinlich weil er im Trainingsanzug an der Seitenlinie unruhig auf und ab tigert. Ein brodelnder Vulkan, aber auch ein Ruhepol. Ehrgeizig, aber mit Humor. Eigentlich ein echter »Malocher«. Eigentlich wie gemalt für Schalke 04.

Domenico Tedesco ist ein Fußball-Lehrer der neuen Schule. Mehmet Scholl würde ihn vermutlich als »Laptop-Trainer« beschreiben. Abschluss mit Bestnote. Dafür musste der 32-Jährige wohl einige Nächte durchackern. Ausgeschlafen sieht Schalkes Übungsleiter zumindest nicht aus. Dunkle Augenringe. Ein trauriger Blick. Fast möchte man ihn in den Arm nehmen. Aber eben nur fast. Denn trotz allem ist er ein ziemliches aufgewecktes Kerlchen. Und ein Perfektionist. Auf Schalke spürt der »Heilsbringer« nun zum ersten Mal den rauen Gegenwind der Bundesliga.

Hertha: 2
Schalke: 0