Duell des Spieltags (29): HSV - S04

Mit Magaths Riechsalz gegen den Abstieg?

Was sagt die Statistik?
Die Liste der Rekordhalter dieses Duelles jagen einem eine Nostalgie-Gänsehaut über den Rücken, die sich als Brüllasphalt auf der Autobahn eignen würde. WRRRRRROOOM. Allein die Kategorie »Erfolgreichste Torjäger im direkten Duell«: Klaus Fischer und Jan-Klaas Huntelaar für Schalke. Horst Hrubesch und »ALAAAARMSTUUUFE Ruuuuuuuuud« van Nistelrooy für den HSV. Die meisten Karten – mit Abstand! – hat sich David Jarolim in die Annalen gegrätscht.

Übrigens: Das Spiel Hamburg-Schalke ist eines der Spiele, die in der Bundesliga am häufigsten ausgetragen wurden. Zum 99. Mal treffen die Teams am Samstag aufeinander. Allein weil wir das 100. Spiel noch in diesem Jahrzehnt erleben möchten, ginge dieser Punkt an den HSV. Hinzu kommt jedoch: Selbst wenn Schalke an diesem Samstag gegen den HSV gewönne, wäre das ein gutes Omen. Wieso? Weil der letzte Sieg dem HSV in dieser Saison am 13. Spieltag gelang – ausgerechnet nach einer Pleite gegen Schalke! Dieser Punkt geht also eindeutig nach Hamburg.


HSV: 1
Schalke: 1


Wem drückt eigentlich Felix Magath die Daumen?
Eindeutig: gar keinem. Magath bestätigte zwar kürzlich immer wieder, wie sehr er sich dem Schicksal des HSV verbunden fühlte, dem Klub, mit dem er als Spieler seine größten Erfolge feierte – bloß sei der HSV momentan eine solche Katastrophe, dass selbst er keine Lust hätte, ihn zu retten. Über die geschassten Verantwortlichen Jens Todt und Heribert Bruchhagen urteilte Magath, sie hätten »absolut nichts bewegt«. Bewegung – eigentlich ja das Stichwort von Quälix Magath, der Spieler mit Vorliebe antikem Kardiotraining unterwirft. Bloß, so scheint es, dieses müde, alte Fossil namens HSV bekommt selbst er nicht mehr fit.


Bleibt also Schalke. Dort reduzierte Magath den Körperfettanteil der Spieler im selben Maß wie er den Kader selbst mit Ballaststoffen namens Ali Karimi, Angelos Charisteas oder Nicolas Plestan aufblähte. Auf der anderen Seite dürfte Magath selbst schwitzen, wie nach einer Stunde Medizinbälle jonglieren, wenn er sich die blanken Zahlen seines Nach-Nach-(...)-Nachfolgers Domenico Tedesco anschaut:  Der droht nämlich gerade Magaths größten Schalke-Erfolg zu gefährden. Der letzte Trainer, der Schalke auf den 2. Platz führen konnte, war: Felix Magath! Der wird sich also schmollend nach einem tor- und ereignislosen Nullzunull sehnen. Nach einem zünftigen Schwung Riechsalz aus Magaths topmodernen Medizinköfferchen in der Nase respektieren wir den Wunsch des Altmeisters und präsentieren den Endstand:

HSV: 1
Schalke: 1