Duell des Spieltags (24): Nordderby

Is’ doch jetzt auch egal

Klare Sache: Das Nordderby hat auch schon bessere Zeiten gesehen. Wir haben dennoch den Check gemacht und sagen euch, wer ganz sicher vielleicht als Sieger vom Platz gehen wird.

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Fans & Anhang

Natürlich ist das Weserstadion ausverkauft, wenn der verhasste HSV vorbeikommt. Knapp 1.000 Polizisten sichern das Nordderby – ausgerüstet mit Kevlar-Westen und einem Urteil des Oberverwaltungsgerichts Bremen, das zusammengerollt ordentlich schmerzen würde, wenn es einem ein Polizist über den Kopf ziehen würden.

Im Urteil steht, dass in Zukunft die DFL für den Wochenendzuschuss der Polizisten zahlen soll. 400.000 Euro zusätzlich kostet es die Stadt Bremen nämlich, für sogenannte Hochrisikospiele Polizisten aus anderen Bundesländern zu holen. Dafür soll jetzt nicht mehr die Stadtkasse herhalten, sondern eben die DFL. Bremens Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) bemerkte dazu zunächst markig, es handle sich um einen »Sieg auf voller Breite«. Anschließend sicherte er sich endgültige das Gelbe Trikot für schiefe Vergleiche, indem er von einem Etappensieg für Bremer Steuerzahler sprach.

Kurzfristig entlasten die Polizisten selbst den armen Steuerzahler – und zwar mit Sonderbußgeldern: 250 Euro kostet es etwa, sich mit Bier in Bremer Straßenbahnen in Stadionnähe erwischen zu lassen. Gleiches gilt für Pyrotechnik, Sturmhauben und Waffen. Kein Wunder, dass HSV-Fans lieber verbal aufrüsten.

»Bevor die Uhr ausgeht, jagen wir euch durch die Stadt«, schrieben einige HSV-Fans vergangene Woche auf ein Transparent, das sie beim Spiel gegen Leverkusen entrollten. Und der neue HSV-Boss Bernd Hoffmann kündigte an, die angereisten HSV-Fans sollten Bremen mal »so richtig aufmischen«. Klar, man muss die Rhetorik von Frustrierten ernstnehmen, wissen wir ja neuerdings aus der deutschen Politik. Und es ist ja allzu verständlich: Schließlich fühlen sich die Fans des Vorletzten vollkommen abgehängt und von seinen Tabellennachbarn alleingelassen.

Neu-Trainer Bernd Hollerbach ist auch nach vier Versuchen noch kein Dreier gelungen. Das erinnert uns an peinliche Aufreißversuche während des Erasmus-Semesters. Bei dem uns übrigens – Stichwort: Frustfressen – ebenfalls rund 5.000 Hamburger begleitet haben.


Bremen: 1

HSV: 0