Drittligisten protestieren am Wochenende gegen den DFB

Kein Ball rollt

Die Drittligisten werden am Wochenende protestieren - und für eine Minute stillstehen. Weil die Regionalligareform zu scheitern droht, und vor allem wegen DFB-Vize Rainer Koch.

imago

Im Dauerstreit um die Aufstiegsreform in der Regionalliga werden die Drittligisten am Wochenende protestieren, sobald der Schiedsrichter anpfeift. Und das in einer Form, die es auf deutschen Fußballplätzen so wohl noch nie gegeben hat. Unter dem Motto »Stillstehen gegen den Stillstand« werden alle 20 Mannschaften für eine Minute die Füße stillhalten. Das teilten die Vereine auf ihren Webseiten mit.

»Ohne uns rollt kein Ball und ohne uns kann die Zukunft der 3. Liga nicht gestaltet werden. Wir sagen hiermit: Stopp! So geht es nicht weiter«, betonten die Vereine geschlossen. Nachdem der DFB zu Beginn der Woche bekannt gegeben hatte, dass die angestrebte Reform der Regionalligen stockt und es als wahrscheinlich angesehen wird, dass das fünfgleisige Modell nicht verändert wird, reagieren die Drittligisten erbost.

Verschärft sich der Konflikt? 

Und mit einer gewaltigen Methode: Als Zeichen des Protests wird in der ersten Minute kein einziger Ball in der dritten Liga rollen. Freiwilliger Stillstand. Sowohl bei Aufstiegs- als auch Abstiegskandidaten. Eine Aktion, die den Konflikt zwischen 3. Liga und dem DFB verschärfen dürfte.

Denn vor einem Jahr, als eine Reform auf dem DFB-Bundestag zugunsten einer Arbeitsgruppe verschoben wurde, hatten die Drittligisten noch guten Willen demonstriert und sich auf einen neuen, vierten Abstiegsplatz geeinigt. Dies sollte den Flaschenhals zwischen 3. Liga und den fünf Regionalligen erweitern, ehe die Regionalligen durch die Reform auf vier Staffeln reduziert werden würde.

Vertrauen verloren

Nachdem sich diese Arbeitsgruppe aber nun ohne nennenswertes Ergebnis aufgelöst und die Verantwortung auf die Regional- und Landesverbände im Norden, Nordosten und in Bayern weitergereicht hatte, reagierten die Drittligisten sichtlich erbost. Bereits am Mittwoch hatten sie mitgeteilt, dass die Glaubwürdigkeit des DFB verloren gegangen sei (Hier geht es zum Text »Unter Fürsten«). Unter der Hand sollen Ideen geäußert worden sein, sich vom DFB loszusagen. 

Zumal DFB-Vizepräsident Rainer Koch, zugleich Präsident des bayrischen Landesverbandes, ausgerechnet eine zweigleisige 3. Liga als Lösung in Aussicht gestellt hatte. So könnten weiterhin fünf Regionalligen existieren und alle Meister aufsteigen. Er sagte zu der gescheiterten Arbeitsgruppe: »Vom ersten Tag an saßen Drittliga-Vertreter mit am Tisch. Es hätte genügend Möglichkeiten gegeben, sich mit eigenen Ideen einzubringen. Offenkundig herrscht dort aber keine Einigkeit und es gibt auch keine klare Position.«

Die Position der Drittligisten ist nun ganz klar: Sie fordern eine schnellstmögliche Rückkehr zu drei Absteigern und eine alternativlose Erhaltung der Eingleisigkeit der 3. Liga. Dafür wird am Wochenende in der ersten Spielminute kein einziger Ball rollen.