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Dritte Liga: Anetts Ansicht

Stillstehen gegen den Stillstand

Eindrucksvoll haben die 20 Vereine der 3. Liga am vergangenen Spieltag in einer gemeinsamen Protest- und Solidarisierungsaktion Geschlossenheit gegen die Pläne des DFB demonstriert. Es geht um die Aufstiegsregelung ab der Saison 2020/21.

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Das Dilemma ist bekannt: Wer in der Regionalliga Meister wird, will auch direkt aufsteigen. Seit 2012 war das aber nicht möglich bei fünf Meistern aus den Regionalligen gegenüber drei Absteigern aus der 3. Liga. Die Lösung schien einfach: Eine Regionalliga-Reform mit der Reduzierung auf vier Staffeln. Für dieses Modell ist die 3. Liga schon jetzt in Vorleistung gegangen. Seit dieser Saison kämpfen vier Mannschaften gegen den Abstieg. Ein Kompromiss für die zweijährige Übergangszeit – und gleichzeitig ein Vertrauensvorschuss, der bitter enttäuscht wurde. 

Rückkehr zu drei Absteigern gefordert 

Denn die Reformpläne des DFB gelten als gescheitert, die verantwortliche Arbeitsgruppe wurde vor einigen Wochen aufgelöst. Derzeit scheint eine Einigung der Regionalligen Nord, Nord-Ost und Bayern nicht in Sicht. Dass die Vereine der 3. Liga nun an der Glaubwürdigkeit des DFB zweifeln, ist in meinen Augen völlig nachvollziehbar. Ein Deal macht nur dann Sinn, wenn beide Seiten ihren Teil erfüllen. Stattdessen hat der Vorschlag einer zweigleisigen 3. Liga die Gemüter nur noch mehr erhitzt.

Ich halte diese Idee für absolut nicht zielführend. Diese Liga hat sich seit ihrer Gründung vor zehn Jahren etabliert. Die Kluft zwischen Profi- und Amateurfußball ist kleiner geworden, das war 2008 das erklärte Ziel. Der Zuschauerschnitt ist aktuell auf Rekordkurs, die Attraktivität durch die vielen Traditionsvereine enorm gestiegen und sportlich ist die 3. Liga spannend wie nie. Die Einführung einer Zweigleisigkeit würde dieses Erfolgsmodell zerstören. 

Lösungsorientierte Gedankenspiele 

Vom SV Babelsberg 03 aus der Regionalliga Nord-Ost kam der Vorschlag, die 3. Liga auf 22 Teams zu erhöhen, von denen am Ende fünf absteigen und damit die aktuelle Regionalligastruktur beizubehalten. Vier Spiele mehr pro Saison scheint mir mit Blick auf den Terminkalender schwer vorstellbar - es sei denn, die Drittligisten würden nicht mehr im Landespokal antreten. Die Entscheidung über die Reform fällt beim DFB-Bundestag im kommenden Jahr. Kurioserweise haben die Drittligisten hier aber kein Stimmrecht. 

Deshalb war diese Protestaktion umso wichtiger. Die 3. Liga hat sich Gehör verschafft und klar positioniert. Alle Vereine haben ausnahmslos mitgezogen. Die uneingeschränkte Einigkeit zu diesem Thema war meiner Meinung nach das wichtigste Zeichen des 17. Spieltags.