Drastische Marktwert-Entwicklung im deutschen Fußball

Keine Durchlässigkeit mehr

Nun könnte man spotten, dass man jetzt immerhin wisse, weshalb ein gewisser TV-Sender seit gefühlt fünftausend Jahren von der jeweils »stärksten zweiten Liga aller Zeiten« fabuliert. Man kann aber auch einfach wütend darüber sein, dass die gefühlte Wahrheit der Schere zwischen Arm und Reich eine tatsächliche ist.

Natürlich gilt es zu bedenken, dass die Werte fiktiver Natur sind. Doch immerhin sind sie relativ zueinander stimmig. Weiterhin berücksichtigt diese Auswertung in keiner Form die Effekte von Auf- und Abstieg, erklärt also nicht, welche Auswirkungen es hat, wenn eine Mannschaft wie der Hamburger SV aus der Bundesliga absteigt, oder ein finanziell eher schwaches Team wie der 1. FC Nürnberg aufsteigt. Dafür müsste man die Entwicklung der Marktwerte auf »transfermarkt« nachvollziehen und einordnen. 

Keine Durchlässigkeit mehr



Eine grundsätzliche Ableitung kann aber zweifelsohne lauten: mehr Marktwerte bedeuten höhere Transfererlöse bedeuten höhere Attraktivität für Sponsoren und TV-Anstalten. Dass die Schere auch in der Bundesliga immer weiter auseinandergeht, beweist unter anderem der Umstand, dass der FC Bayern doppelt so viel für seine Spieler bezahlt, wie der Zweitplatzierte in dieser Rangliste, Borussia Dortmund. (Eine detaillierte Übersicht dazu findet ihr hier >>>)



Vor allem aber bedeutet die Marktwertentwicklung, dass die Durchlässigkeit zwischen den Ligen immer weniger gegeben ist. Konnte man in früheren Jahren noch argumentieren, dass reichere Vereine eben einfach besser gewirtschaftet haben, ist dies heutzutage nur noch ein kleines Detail der Wahrheit. Tatsächlich spielt demnach in der Bundesliga, wer entweder zur richtigen Zeit gerade sportlichen Erfolg hatte und also vom Boom und Auseinandergehen der Schere profitierte. Oder wer, wie im Fall von Wolfsburg, Hoffenheim und Co. von »künstlichen« Geldflüssen profitierte.



Aber das ist eine ganz andere Diskussion.