Dortmunds Fans vs. Dietmar Hopp

Die radikalste Lösung

BVB-Fans beleidigen Dietmar Hopp und malen ein Fadenkreuz auf sein Konterfei. Die TSG Hoffenheim spricht von »Mordaufrufen«. Der Dialog ist vergiftet und kann nur auf eine Weise beendet werden.

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Die Stimmung vor dem Spiel zwischen der TSG Hoffenheim und Borussia Dortmund war schon im Vorfeld aufgeladen, als am Mittwoch bekannt wurde, dass der Polizeiposten Waibstadt in 32 Fällen Ermittlungen gegen Dortmunder Fans aufgenommen hatten. Sie sollen beim letzten Auswärtsspiel am 12. Mai TSG-Gesellschafter Dietmar Hopp beleidigt haben, unter anderem soll der Begriff »Hurensohn« gefallen sein. Deshalb belegte der Verein die 32 Fans vorsorglich mit einem Hausverbot.

»Hasta la vista«

Klar, dass das auf Dortmunder Seite nicht gerade auf Verständnis stieß. Die Südtribüne Dortmund kritisierte, dass die Polizei sich als »Lippenleser« betätigt und Videoaufnahmen aus dem Gästeblock zur strafrechtlichen Ermittlung ausgewertet hätte. Die Reaktion der Fans? Vor dem Spiel am Samstag entblößten sie zuerst eine Schriftrolle, auf dem das Wort »Hurensohn« noch einmal groß, fett und rot zu sehen war. Anschließend rissen sie ein blockgroßes Plakat mit dem Konterfei Hopps und einem Fadenkreuz in die Höhe, darunter der Satz: »Hasta la vista«.

Der Aufschrei war entsprechend. BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke und Manager Michael Zorn entschuldigten sich bereits kurz nach Abpfiff. Watzke wolle in den kommenden Tagen das persönliche Gespräch mit Hopp suchen. Die TSG Hoffenheim verurteile die Anfeindungen in einem offenen Brief »auf das Schärfste«, kündigte an, sich weiter gegen »Hass und Diskriminierung« zu stellen und labelte die Ereignisse des Nachmittags unter dem fragwürdigen Begriff »Mordaufruf«.

Mordaufruf?

Personen, so die Lesart der TSG Hoffenheim, könnten durch das Plakat zu einer Gewalttat gegen den TSG-Mäzen motiviert werden.