Dortmund nach dem Champions-League-Aus

Kein Grund zur Trauer

Nach dem DFB-Pokal ist Borussia Dortmund nun auch aus der Champions League ausgeschieden, in der Bundesliga ist der Neun-Punkte-Vorsprung aufgebraucht. Wer darüber ins große Jammern gerät, hat allerdings etwas nicht verstanden.

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Dass Geld Tore schießt, ist leider eine dieser Floskeln, die sich belegen lassen. Im Schnitt lassen sich schließlich erstaunliche Deckungsgleichheiten feststellen, sobald man die Ausgaben von Vereinen und ihr letztliches Abschneiden in einer Saison miteinander vergleicht.

Ausnahmen bestätigen die Regel und heißen dann Fußballwunder oder Leicester.



Schaut man unter rein finanziellen Aspekten auf das nun vergangene Duell zwischen Borussia Dortmund und Tottenham Hotspur, ist es schon gar nicht mehr so verwunderlich, dass man beim BVB vor dem Rückspiel im Champions-League-Achtelfinale genau darauf gehofft hatte - ein Wunder.

Alles neu - und unerfahren

Denn Tottenham liegt in allen finanziellen Belangen vor dem Tabellenführer der Bundesliga. Der Umsatz der Nordlondoner liegt um etwa 100 Millionen Euro höher (428 Millionen Euro zu 317 Millionen Euro laut »Deloitte Football Money League«), auch das Gehaltsniveau des durchschnittlichen Spurs-Spielers liegt um 350.000 Euro über dem eines Dortmunders. Ebenso wie der Gesamt-Marktwert des Kaders. Hier liegen die Engländer laut »transfermarkt.de« mit fast 300 Millionen Euro vorn (836 Millionen Euro zu 557 Millionen Euro).

Nun sind Marktwerte zugleich immer auch Fantasiewerte. Und der englische Markt ist bekanntlich eine überhitzte Geldschleuder. Trotzdem zeigen diese Zahlen in eine Richtung, die nicht zu vernachlässigen ist. Denn Tottenham hat nicht umsonst 20 aktuelle A-Nationalspieler, der BVB hingegen »nur« elf. Tottenhams Kader ist trotz aller Jugendlichkeit in seiner Entwicklung auch weiter.



In Dortmund ist seit dieser Saison nicht nur der Trainer neu (Tottenhams Mauricio Pochettino ist in seiner fünften Saison), auch Großteile der Mannschaft sind es. Und während die Abwehrreihe Tottenhams um Toby Alderweireld, Jan Vertonghen, Ben Davies und Serge Aurier auf 290 Länderspiele verweisen kann, kommt die Viererkette Dortmunds um Marius Wolf, Julian Weigl, Abou Diallo und Manuel Akanji auf derer 18.