Dortmund im Abstiegskampf

Back to the Roots

Borussia Dortmund besinnt sich im Abstiegskampf auf die alten Stärken: Defensive, Pressing, Kampf. Ein Neuzugang macht Hoffnung, dass es auch spielerisch bald bergauf geht.

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Es sollte alles anders werden. Wie oft beschwor Jürgen Klopp in der Winterpause, dass sein Team die Hinrunde vergessen und eine völlig andere Rückrunde spielen wolle. Klopp wollte zurückkehren zu den alten Stärken Pressing und Defensive, die den BVB in den vergangenen Jahren von Rekord zu Rekord geführt hatten.

Auch am ersten Spieltag der Rückrunde stellte der BVB einen neuen Rekord auf. Auf diesen hätte Klopp aber sicherlich gerne verzichtet: Der BVB verbuchte im Spiel gegen Bayer Leverkusen eine Passgenauigkeit von 44% - der niedrigste Wert, seit in der Bundesliga detaillierte Statistiken erfasst werden. Die geringe Passquote spiegelte eine Partie wieder, in der Kampf wichtiger war als Spielkultur.

Jeder Ball umkämpft, jeder Pass ein Risiko

Schuld daran war auch Gegner Bayer Leverkusen: Ihr exzessives Pressing brachte ihnen in der Hinrunde den Ruf einer Vollgas-Mannschaft ein. Auch zum Auftakt der Rückrunde setzten sie auf ihr intensives Spiel, bei dem vier oder fünf Leverkusener den Ballführenden attackieren. Der Gegner kann sich gegen dieses Pressing meist nur mit Spielverlagerungen oder ungenauen langen Bällen befreien. Bezeichnenderweise wurde der alte Fehlpass-Negativrekord erst in der Hinrunde aufgestellt – und zwar bei einem Spiel mit Leverkusener Beteiligung (Hertha BSC mit 46% Passgenauigkeit).

Auch die Dortmunder wollten gegen das Leverkusener Pressing kein Risiko eingehen. Sie spielten ihren Ballbesitz nicht aus, sondern suchten sofort den Weg nach vorne – ganz egal, ob der lange Ball Stürmer Ciro Immobile fand oder nicht.

In einer spielerisch biederen BVB-Mannschaft gab es nur wenige Lichtblicke. Die Doppelsechs aus Nuri Sahin und Matthias Ginter hielt sich komplett aus dem Angriffsspiel heraus und wurde von den Mitspielern selten in Szene gesetzt. Zu groß war die Angst der Dortmunder, den Ball im engen Mittelfeld gegen das Leverkusener Pressing zu verlieren.