Dortmund hat die Sommerpause dringend nötig

Echte Liebe, selbst verzehrend

Borussia Dortmund in Berlin. Zu beschauen waren eine Mannschaft, ein Klub und Fans, die alle nicht mehr so richtig bei sich sind.

imago

Es ging so langsam auf zwei Uhr nachts zu, als es endlich so weit war. Last Farewell, das Ende einer Ära! Endgültig vollzogen auf der großen Bühne eines umgebauten Kraftwerks an der Köpenicker Straße in Berlin. Tusch der Muckerband von Marius Müller-Westernhagen, dann wurde es ernst. Unten Zweitausend, Dresscode »Business Casual«, oben Jürgen Klopp, der ausnahmsweise mal wirklich mit den Worten rang, weil es nun wirklich vorbei war - nach sieben Jahren. Nachdem er sich ein wenig durch die Sätze gestochert hatte, brachte er es dann doch noch auf den Punkt: »Es ist nicht wichtig, was man über einen denkt, wenn er kommt, sondern wenn er geht.«

Tuchel macht Lust auf Neues – nicht Sehnsucht nach Gestern

Warmer Beifall, aber eher höflich als enthusiastisch. Abgeflaut war er schon, als Klopp, sein Trainerteam und Sebastian Kehl die Bühne noch gar nicht verlassen hatten. Irgendwie schienen die meisten im Raum wohl gerade zu denken, dass der Abschied die richtige Entscheidung war. Denn sportlich war das Finale eine Enttäuschung gewesen, obwohl es so gut angefangen hatte: präsent, klar und mit einer schnellen Führung. Doch dann zeigten die Wolfsburger den Borussen, was ihnen alles fehlte. Nicht nur ein überragender Torhüter, der vielleicht zwei der drei Gegentreffer verhindert hätte. Beim letzten Spiel der Ära Klopp war die Mannschaft insgesamt ganz weit weg von dem Fußball, den sie lange ausgezeichnet hatte. Ganz viel Bemühen gab es, aber ernsthaft in Verlegenheit kam Wolfsburg nicht mehr, nachdem sie das Spiel gedreht hatten.

Das Endspiel war von daher ein guter Tag für Thomas Tuchel, weil er mehr Lust auf Neues machte, als Sehnsucht aufs Gestern zu wecken. Doch nicht nur sportlich vermittelte der BVB in Berlin den Eindruck, dass die Reset-Taste gedrückt werden muss. Die Unterstützung der Fans im Stadion war angesichts der gewaltigen zahlenmäßigen Überlegenheit vergleichsweise mau.

Hinweis: Wenn Du feststellst, dass hier extremistisches Gedankengut verbreitet wird, Nutzer diskriminiert werden oder Diskussionen einen unschönen Ton annehmen, dann informiere uns bitte per Mail! Wir werden dann gegebenenfalls eingreifen. Diskussionen bei 11FREUNDE sollen sportlich und sauber ablaufen! Diskriminierung und Intoleranz werden von uns nicht akzeptiert! Niemals! Danke für deine Hilfe!