Dieser Spieler wurde für 0,0524 Bitcoin verpflichtet

Krypt's doch gar nicht

Der türkische Provinzklub Harunustaspor hat mit seinem letzten Transfer für Aufsehen gesorgt, denn der Klub zahlt die Ablösesumme in Bitcoin. Aber warum ist Präsident Haldun Sehit darauf so stolz? 

twitter.com/Turkish_Futbol1

Zugegeben, bei Harunustaspor wird nicht türkischer Hochglanzfußball gezeigt. Um ehrlich zu sein spielt der Verein in der sechsten Liga der Türkei, der Sakaraya First Division Group B im Nordwesten des Landes. Dennoch löste die Verkündung ihres neuen Spielers ein mediales Echo aus, das der kleine türkische Klub bisher so noch nicht kannte, denn: Sie bezahlten einen Teil der Ablösesumme in Bitcoin.

Der neue Spieler heißt Omer Faruk Kiroglu und sein Können ist Harunustaspor 2.500 türkische Lira und 0,0524 Bitcoin wert. Oder besser gesagt: Knapp 960 Euro. Dass den Transfer des 22-Jährigen in der weiten Fußballwelt niemanden interessieren würde, wusste auch Haldun Sehit, Präsident von Harunustaspor. »Wir haben das getan, um uns einen Namen in unserem Land und in der ganzen Welt zu machen. Wir sind stolz darauf«, sagt Sehin und Kiroglu pflichtet ihm bei: »Für mich, wie für die Welt, ist es das erste Mal. Wie der Klubpräsident gesagt hat, wir tun hier etwas Neues und ich bin offen für Neues. Ich hoffe, dieser Deal hilft beiden Seiten.« 

Kryptowährung als Marketingwerkzeug

Es ist nicht das erste Mal, das Bitcoin in der Welt des Sports als Zahlungsmöglichkeit vorkommt. Die Dallas Mavericks gaben erst kürzlich auf Twitter bekannt, dass man Tickets ab nächster Saison auch mit der Kryptowährung bezahlen kann. Ob das Zahlungsmittel zur Regel wird auf Europas Transfermarkt, ist eher auszuschließen, denn die EU will Bitcoins stärker regulieren. Die türkische Regierung hat sich ebenfalls bereits gegen die digitale Währung ausgesprochen.

Doch Haldun Sehit und Omer Faruk Kiroglu kann das egal sein, denn bereits jetzt scheint beiden Seiten geholfen zu sein: Harunustaspor wurde von vielen Medien weltweit aufgegriffen, der Klub ist plötzlich rund um den Globus in den Schlagzeilen. Und Omer Faruk Kiroglu wird immer der Spieler sein, dessen Ablöse mit einer Kryptowährung bezahlt wurde. Egal, ob er nun Vorreiter oder eine kuriose Fußnote der Fußballgeschichte wird. Und wer weiß, bei den Schwankungen im Bitcoin-Kurs entpuppt er sich vielleicht noch als erster Millionen-Transfer des Sechstligisten.