Dieser Mann hat mehr als 500 Frankfurt-Trikots

»Stilistisch ist das Minolta ganz weit vorne«

500 Eintracht Frankfurt-Trikots und kein Ende in Sicht. Trikotsammler Gunther Schrage über Leidenschaft, Design und Tony Yeboah.

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Gunther Schrage, jetzt mal ehrlich. Wie muss eine gute Rückennummer beschaffen sein?
Heute sieht die Rückseite eines jeden Trikots immer gleich aus. Das finde ich langweilig. In den Neunzigern war die Nummer mal gerahmt, mal in der 3D-Optik. Manchmal stand auf dem Rücken nur Frankfurt, manchmal nur Eintracht oder überhaupt nichts. Diese Abwechslung habe ich immer als erfrischend empfunden. Als Adidas uns ausrüstete, waren die drei Streifen in der Rückennummer eine optische Augenweide. Zu Zeiten von Tony Yeboah und Co. verliefen die Rückennummern sogar diagonal. Das fand ich klasse.

Manche Leute sammeln Panini-Bilder oder Pokémons. Sie sammeln Trikots. Warum?
Ich habe schon immer alles mögliche gesammelt. Früher waren das Schallplatten, nun eben Trikots. Die Leidenschaft dafür liegt bei uns in der Familie. Mein Zwillingsbruder besitzt beispielsweise eine der weltweit größten Sammlungen an Motorolatelefonen. Der könnte damit ein Museum eröffnen.

Apropos Museum. Auf ihrer Website EintrachtTrikots finden sich über 500 Jerseys. Wie lagern Sie die zahlreichen Stücke eigentlich?
Im Moment vermisse ich einen klassischen Lagerraum. Wir haben schlichtweg keinen Platz dafür im Haus. Meine Homepage ist mein digitales Museum. Ansonsten lagere ich die Trikots auf Kleiderkarussellen, die man aus Modeläden kennt. Auf ein solches Karussell passen gut und gerne 400 Trikots.


(Quelle: http://www.eintrachttrikots.de/)

Wie viel Geld geben Sie für ein Trikot aus?
Ältere Schätze werden mit bis zu 1000 Euro gehandelt. Die Eintracht hat nicht nur leidenschaftliche Fans, sondern auch leidenschaftliche Trikotsammler auf der ganzen Welt. Das treibt den Preis in die Höhe.

Was sagt Ihre Familie zu diesem teurem Hobby?
Meine beiden Töchter sind auch Eintracht-Fans und haben eine Dauerkarte. Denen ist das also relativ egal. Meine Frau habe ich erstmals 1991 mit ins Stadion genommen. Ich hatte sogar Karten für die Haupttribüne organisiert, obwohl ich eigentlich eine Dauerkarte für den Stehbereich besaß. Trotz eines legendären 4:3 gegen Kaiserslautern ist sie leider kein Fußballfan geworden. Sie sieht meine Sammlerleidenschaft schon kritisch, lässt mich aber gewähren. Letztendlich ist das Geld im Gegensatz zu Kneipenbesuchen nicht verloren, da die Trikots mit der Zeit nicht an Wert verlieren.

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