Diesen Spieler sollte man sich heute mal genauer anschauen: Vladimir Darida

Seine Lösung? Laufen.

»Ich habe Vladimir jetzt verstanden«, gestand sich Trainer Dardai kurz nach Spielschluss ein. Denn während des Spiels hatte er sich aus der vereinbarten Rolle des Zehners gelöst, hatte sich fallengelassen. »Vladimir kann das Spiel besser kontrollieren, wenn er ein bisschen mehr aus der Tiefe kommt«, sagte Dardai.

Denn sein Mittelfeldmotor hat durchaus Schwächen. Wenn ihm die Räume genommen werden, neigt der 25-Jährige zu Fehlern und spielt überhastete Fehlpässen. Gegen den FC Bayern kam er im engen Mittelfeld überhaupt nicht zur Entfaltung – geschenkt gegen diese Übermacht. Aber auch nach dem Jahreswechsel, gegen den FC Augsburg, fand Darida keine Antwort auf die aggressive Spielweise seiner Bewacher. Seine Lösung in solchen Fällen? Laufen.

Seine Laufwerte sind nur Mittel zum Zweck

1.433 Ballkontakte hat das menschgewordene Schaltwerk im Berliner Mittelfeldbetrieb in dieser Saison schon angehäuft. Nur zehn Akteure in der Bundesliga können einen besseren Wert aufweisen. Für seine Mannschaft spielt er die meisten Schlüsselpässe (1,2 pro Match), also jene Bälle, mit denen die Defensive des Gegners mit nur einem Pass aufgebrochen wird. Dafür hält sich Darida an das Konzept seines Trainers. Seine Laufwerte sind keine Freizeitbeschäftigung während der Arbeitszeit. Es ist das Mittel zum Zweck.

Auf die Frage wie seine Mannschaft funktioniere, kennt Coach Dardai eine Antwort: »Defensive, Umschaltspiel, das Besetzen der Räume in der Offensive.« In dieser Reihenfolge. Ohne Ausnahme. Darida verkörpert das wie kein Zweiter.

»Vladimir hat die internationale Erfahrung«

Im 4-2-3-1-System der Berliner stellt er sich bei gegnerischem Ballbesitz tief und konzentriert sich auf defensive Arbeiten. Im Schnitt besitzt der Tabellendritte nur zu 49 Prozent den Ball. Ein niedriger Wert für diese Position in der Tabelle. Hertha wartet ab. Hertha bekommt weniger Gegentore. Und Hertha schaltet schnell. Auch dank Darida, der durch seine Laufleistung nicht nur Räume für sich, sondern hauptsächlich für seine Mitspieler kreiert. Mittlerweile stehen vier Treffer für ihn auf dem Konto.

Vorsichtig hat der tschechische Nationalspieler einen Wunsch geäußert. Mit den Berlinern würde er gerne einmal Champions League spielen. Nicht unbedingt nach dieser Saison, eher so generell. »Vladimir hat die internationale Erfahrung«, sagt Manager Preetz. Langfristig ist er wohl eben auch für solche Spiele geholt worden. »Die Mannschaft ist noch lange nicht satt«, erkannte Darida nach seinem zweiten Tor gegen Leverkusen im Dezember.

Nicht satt sein. Das dürfte für den Kilometerfresser der Berliner ganz besonders gelten.

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