Diese Männer warfen Deutschland aus Europameisterschaften

»Ich wusste, ich würde verwandeln«

Was hat Antoine Griezmann mit Spaniens Antonio Maceda, Dänemarks Kim Vilfort und Tschechiens Antonin Panenka gemeinsam? Sie alle schmissen Deutschland aus einer EM. Auch wenn es weh tut: Hier erinnern sie sich.

Imago

Antonin Panenka
Deutschland-CSSR 5:7 n.E., Belgrad, 20. Juni 1976, Finale, letzter Elfmeter


(Bild: Christiane von Enzberg)


Ein französischer Journalist nannte mich nach meinem Elfmetertor einen Poeten. Aber ich bin kein Poet. Ich habe einfach Fußball mit Herz und Seele gespielt. Und ich habe Fußball gedacht. Daher auch die Art und Weise, wie ich den Elfmeter geschossen habe. Ich habe immer darauf geachtet, wohin sich der Torwart bewegt, und versucht, ihn mit Blicken in eine bestimmte Ecke zu locken.

Als ich damals zum Elfmeterpunkt ging, spürte ich keinerlei Druck. Wenn Uli Hoeneß getroffen hätte, wäre das anders gewesen, dann hätte ich auch treffen müssen. Aber so hatte ich es in der Hand, und ich wusste, ich würde verwandeln. In der Liga schoss ich schon seit Jahren die Elfmeter auf diese Weise, wenn es sich anbot. Noch einen Monat zuvor gegen Dukla Prag zum Beispiel. Glücklicherweise war damals kein deutscher Späher im Stadion.

Sepp Maier bewegte sich, ich chippte den Ball ins Netz und drehte ab. Heute heißt dieser Trick »Panenka-Elfer«. Es macht mich stolz, dass meine Idee weiterlebt, wenn mal wieder ein Spieler diesen Trick verwendet. Übrigens: Vier Jahre später, bei der EM 1982, schoss ich wieder einen Elfmeter, gegen Italien. Torwart Dino Zoff dachte, ich würde erneut lupfen und bewegte sich nur leicht. Und ich schoss den Ball recht unpoetisch einfach ins Eck.