Diese fünf Probleme muss Heynckes jetzt lösen

Der Triple-Trainer und die Trümmertruppe

Jupp Heynckes soll die Bayern wieder auf Titelkurs führen. Aber wie? Vor allem muss er diese fünf Probleme in den Griff bekommen.

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Carlo Ancelotti, der Schuft, ist Geschichte! Heiland Jupp Heynckes wird die Bayern wieder ins glorreiche Land zurückführen! Diesen Eindruck erhält der Außenstehende, wenn er dieser Tage die hiesigen Sportgazetten zur Hand nimmt. Allerhand lässt sich über die Bayern lesen. Ancelotti habe die Kabine verloren, sein Training sei zu lasch gewesen, taktische Anweisungen hätte es keine gegeben. Ein dreifacher Champions-League-Coach schrumpft in der öffentlichen Wahrnehmung auf Größe eines Kreisklasse-Trainers.

Eins vorweg: Wir haben es bei den Bayern nicht mit einer Trümmertruppe zu tun. Auch unter Ancelotti gewannen sie genügend Spiele, sodass alle Saisonziele noch erreichbar sind. Doch gab es auch mittelgroße, systematische Probleme, die der neue, alte Trainer nun angehen muss. 

1. Taktische Disziplin schaffen

Egal, wie dramatisch man die Lage unter Ancelotti einschätzt: In den fünfzehn Monaten unter ihm haben sich einige taktische Unzulässigkeiten eingeschlichen. Sei dies bei der Systematik im Pressing, bei dem die Außenstürmer zuletzt durch Nachlässigkeit glänzten. Oder bei der Besetzung der Positionen, bei denen sich die zentralen Mittelfeldspieler etwas zu viel Freiheiten gönnen.

Heynckes' erste Aufgabe wird es sein, die Spieler auf eine gemeinsame fußballerische Linie einzuschwören. Die Spieler müssen in allen Spielphasen ihre Position besser einhalten. Nur so kann der Ball wieder schneller durch die eigenen Reihen laufen, nur so kann das Team nach Ballverlusten den Gegner mit einem wuchtigen Gegenpressing erdrücken.

2. Den Spielaufbau verbessern

Die Bayern haben eine Eigenheit, die sie aus taktischer Sicht einzigartig macht in der Bundesliga: Dadurch dass ein 0:0 für praktisch jeden Gegner ein Erfolg ist, stellen sich die meisten Gegner hinten rein. Ihr Status zwingt die Bayern, in jeder Partie der dominante Part zu sein.

In den vergangenen Monaten war dies ein Problem. Der Spielaufbau der Bayern hakte, und zwar gewaltig. Egal, ob sie im 4-2-3-1 oder 4-3-3 aufliefen: Die Sechser postierten sich zu tief, es gab keine Verbindungsspieler im zentralen Mittelfeld. Statt dass sich Sechser und die spielstarken Innenverteidiger unterstützten, beschnitten sie sich gegenseitig im Spielaufbau, da sie sich teils auf den Füßen standen. Heynckes muss Mittel und Wege finden, den Spielaufbau besser zu gestalten.